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Trommeln, Tänze und Lieder - Die Kultur der Dalits
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Recht
auf eine eigene
Kultur |
Seit Jahrtausenden wird die
kastenlose Bevölkerung in Indien unterdrückt und ausgebeutet. Der Glaube an die
eigene Wertlosigkeit, der durch viele entwürdigende Erfahrungen genährt wird,
ist religiös begründet und auch dadurch tief verwurzelt. Die Unterdrückung
einer eigenen Kultur ist ein wesentlicher Baustein, Menschen ihrer
gesellschaftlichen Identität zu berauben. |
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Die Kulturarbeit von CARDS
trägt dazu bei, verschüttete und ausgemerzte ursprüngliche Traditionen
wiederzuentdecken und eine eigene Kultur und damit kulturelle Identität neu zu
schaffen.
Mit seinen Kulturprogrammen
benutzt CARDS die traditionellen Möglichkeiten der Tänze, Musik und Theater
auch als Informationsmedium. Diese Art der Bildungsvermittlung ermöglicht es
den Menschen, die weder lesen noch schreiben können, eine neue, kritischere
Betrachtungsweise nahe zu bringen. Musik, Tanz und Theater wird von allen Altersgruppen
und Bildungsschichten verstanden.
“Dalit
is dignified“ - Diese Aussage ist Anspruch und Überzeugung. Dalits besitzen –
entgegen der traditionell in Indien herrschenden Meinung – Menschenwürde. Durch
die „Cultural Trainings“, die Tänze und Lieder wird die Überzeugung des eigenen
Menschseins und die Gültigkeit von Rechte die eigenen Person gefestigt und
verinnerlicht.
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„Dalit is dignified“
Dalits sind würdevoll
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Erst dadurch entsteht die Grundlage für
den Glauben daran, dass eine Veränderung der eigenen Lebenssituation möglich
ist.
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Hier wird der Grundstein gelegt für ein Umdenken,
damit die Unberührbarkeit nicht länger hingenommen, sondern die eigene Würde
als Mensch für sich beansprucht wird. Bildung ist der Schlüssel für
Veränderungen. Der Glaube, dass Veränderungen möglich sind und die Motivation,
sich dafür einzusetzen, erfährt durch die Kulturarbeit eine starke
Unterstützung.
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Veränderung ist spürbar. Bei Besuchen der CARDS-Projekte konnten
Reisegruppen des Vereins „Partnerschaft in der Einen Welt - Hilfe zur
Selbsthilfe“ die Veränderungen mitverfolgen - das gewachsene Selbstbewusstsein
der Dalits, vor allem der Frauen, den Enthusiasmus der Studentinnen und Studenten und die Wissbegierigkeit der Kinder und Jugendlichen. Die kulturelle Auferstehung der
Dalits markiert in Verbindung mit den Bildungsanstrengungen einen historischen
gesellschaftlichen Umbruch in Indien.
Bedeutung der kulturellen Auftritte bei Besuchen in
Deutschland
Das Ausdrucksmittel Theater ermöglicht die Verständigung
über Sprach- und Kulturgrenzen und vermittelt einen Eindruck der
Lebensbedingungen am Rande der Gesellschaft.
Bei Auftritten von „culture groups“ in Schulen und
Kindergärten, bei Kirchengemeinden, in Gottesdiensten, bei Frauenkreisen,
Gemeindefesten und auf verschiedenen Kirchentagen erlebten die Zuschauer, wie
die jungen Inderinnen und Inder in den indischen Dörfern mit Trommeln und
Tänzen die Aufmerksamkeit auf sich lenken und dann in kurzen
Straßentheaterstücken Szenen und Probleme aus dem Alltagsleben der Dalits
aufgreifen. Mit Hilfe des body-theatre werden auch für die deutschen Zuschauer
gesellschaftliche Diskriminierung und unmenschliche Arbeitsbedingungen
deutlich
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Body Theatre
„Cultural Teams“ tragen durch Body theatre (Straßentheater),
Stock-Tanz, Folk-Songs und Trommel-Tänze das Anliegen der Dalits, die Ideen der
Dorf-Entwicklung, Informationen über Spargruppen und Bala Bata Schulen in die
Dörfer und treten ein für die verfassungsmäßigen und allgemeinen Menschenrechte
der Dalits und Tribals. Die Dalits, die meistens nicht lesen und schreiben
können, werden über ihre Rechte informiert und über Hygiene, Gesundheits- und
Aidsvorsorge aufgeklärt. Es werden Themen aus dem Alltag der Dalits
problematisiert und Lösungs- möglichkeiten aufgezeigt, die dazu ermutigen, die
eigene Situation zum Positiven zu verändern. Die landlosen LandarbeiterInnen
und die TagelöhnerInnen in den Fabriken werden dazu ermutigt, etwas zu lernen
und ihre Kinder in die Schule zu schicken. Meistens schließt sich an solche
Aufführungen eine Diskussion mit den Dorfbewohnern an, in der Lösungsmöglichkeiten
gesucht werden.
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Im
Health-Center (Gesundheitszentrum) in einem Slum in Guntur, klären Studentinnen
mit body-theatre über Aids auf.
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Ein anderes Szenenbeispiel: Ein Großgrundbesitzer
verweigert seinem Landarbeiter den Lohn. Es entsteht ein Streit. Mehrere
Landarbeiter schließen sich zusammen und üben damit Druck auf den
"Landlord" aus.
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Lieder,
Trommeln, Tänze und body theatre sind wichtige Mittel, um die Gemeinschaft zu
festigen und schon bei den Kindern und Jugendlichen das Selbstwertgefühl zu
stärken. Wie hier in der Bala Hita Schule in Pidiguralla, lernen die Kinder in
allen Schulen von CARDS neben dem regulären Unterrichtsstoff auch Lieder, Tänze
und Theaterstücke, die sich mit der Lebenssituation der Dalits
auseinandersetzen.
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Lieder
Mitarbeiter
von CARDS haben auf traditionelle Melodien, neue, sozialkritische Liedtexte
verfasst. Diese Lieder sind u.a. Unterrichtsstoff in den Schulen und im
College. Von da aus werden die Lieder in die Dörfer weitergetragen. Die
Liedtexte regen dazu an, die eigene Situation und das Gesellschaftssystem zu
hinterfragen, sie machen Mut und wecken die Selbsthilfe-Kräfte.
Eines
der ersten Lieder, war „Randi, randi“, ein Aufruf an die Dalits und ihre
Kinder.
Hier in der deutschen Übersetzung:
Kommt
zusammen, Kommt!!
Refr.
Kommt zusammen und vereinigt Eure Kräfte!
1.
Kommt nicht zu spät, denn sonst
wird
jemand anders über Euch bestimmen,
deswegen
kommt schnell!
2.
Fördert die Unterdrückten, Eure Schwestern und Brüder.
So
werdet Ihr Gleichheit und Brüderlichkeit,
jetzt
und in der Zukunft, erlangen.
In
den vergangenen 25 Jahren sind zahlreiche neue Lieder dazu gekommen. Lieder der
Bala Bata Kinder über ihre Schulen und Lieder, die über leidvolle Erfahrungen
und Ungerechtigkeiten berichten, aber auch über Erfolge und Verbesserungen.
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Uraufführung: Ein Development Organizer
(DO) trägt bei einem DO-Treffen in Giddalur ein selbst geschriebenes Lied vor.
Durch
diese Aneignung von Kultur wird Dalit-Kultur lebendig und schreibt ihre eigene
Geschichte.
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Tänze
Ob in den Dalit- und Tribal-Dörfern, im „Happy
Home“, einem Heim für Straßenkinder in Hyderabad oder bei den
Silberjubiläumsfeiern - die Tänze dürfen nirgends fehlen.
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Regenbogentanz
beim 25jährigen Jubiläum
in
Hyderabad.
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Präzision, Schnelligkeit und Koordination
sind bei den Stocktänzen unablässig.
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Tribal-Tanz in
West-Godavari. In den alten Tänzen bleibt die Geschichte und die
Kultur der Tribals lebendig.
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