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In einer
durchschnittlichen Dalit-Familie
leben
Heute 3 Generationen
Großeltern
- aufgewachsen während der Zeit der britischen
Kolonialherrschaft.
- Viele Dalits dieser Generation schätzten die
politischen und
- wirtschaftlichen Umstände dieser Periode. Die
Preise für
- Grundnahrungsmittel waren niedriger, die Korruption
weniger verbreitet.
Eltern
- Sie erlebten den Sieg über die Kolonialherren. Nach
dem Abzug der
- Briten gewannen die Großgrundbesitzer (landlords)
an ökonomischer
- und politischer Macht. Der Kampf der Dalit-Eltern
gilt der Befreiung aus
- der Abhängigkeit und Unterdrückung durch die
Landlords.
Kinder
- Für die Kinder aus diesen Familien ist der Kampf
ihrer Eltern noch nicht gewonnen, ihre Zukunft ist unsicher. Der Grundstein für
ihre Zukunft muss jetzt gelegt werden.
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Auf
die Generation dieser Kinder, auf ihre Ausbildung für eine bessere Zukunft
gründen sich Heute die Hoffnungen der Dalit-Bewegung.
Die Überwindung der Armut durch Schulbildung und Berufsausbildung für die Kinder der Dalits und Adivasi ist das Ziel von CARDS.
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"Fürchtet euch nicht vor schlechten
Bedingungen - die Hauptsache ist, dass die Kinder lernen wollen!“ P. R.
Babu
Die Aussicht, überhaupt eine Schule besuchen und auch abschließen zu
können ist gering für die Dalit- und Tribal-Kinder in den abgelegenen Dörfern,
in den Slums der Großstädte oder in den Kalksteinbrüchen.
In den staatlichen Schulen werden Dalit-Kinder, vor allem die Mädchen benachteiligt. Die Zahl der Schulabbrecher ist groß.
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| Die Ausstattung der Schulen ist schlecht. Es mangelt an Räumen und Unterrichtsmaterial.
Weitaus wichtiger jedoch ist der Glaube der Eltern, dass der Schulbesuch der Kinder
tatsächlich zu einer Verbesserung der eigenen Situation und der Zukunftsaussichten
führen kann. |
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In den vergangenen 25 Jahren hat CARDS mit seinen „cultural teams“ kontinuierlich
daran gearbeitet, konkrete Hoffnungen zu wecken, dass Veränderungen möglich
sind. Durch Lieder, Tänze, Trommeln und body theatre wurde das Verständnis der Dalits für ihre ungerechte und menschenunwürdige Behandlung durch das Kastensystem geweckt und ihr Selbstbewusstsein gestärkt.
Vor allem bei den Frauen und Mütter tragen dazu bei, dass sich etwas ändert und nutzen die Chance, die CARDS ihnen bietet.
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BALA
BATA SCHULEN - Nachhilfeschulen für Dalit-Kinder
Dalit-Kinder haben es schwer in den staatlichen
Schulen. Vielfach werden sie noch diskriminiert, müssen ganz hinten auf dem
Fußboden oder sogar außerhalb des Klassenzimmers sitzen. Sie werden von den
Klassenkameraden aus den höheren Kasten gemieden und müssen für die Kinder des
Landlords ihrer Eltern Dienste leisten, wie z.B. die Schulsachen tragen oder
das Essgeschirr reinigen. Bei den Hausaufgaben haben sie wenig Hilfe, denn die
Eltern sind meist Analphabeten. Ihre Schulleistungen sind daher oft schlecht.
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Die Bala Bata Schulen leisten hier einen wichtigen
Ausgleich. Vor Beginn der staatlichen Schule und nach Schulende besuchen die
Dalit-Kinder die Bala Bata Schulen.
Dort bekommen die Kinder Hilfe bei den Hausaufgaben, Defizite können
ausgeglichen werden. Die Kinder werden ernst genommen, die meist jungen Bala-Bata-Lehrerinnen und Lehrer gehen
respektvoll mit den Schülern um. Mit großem Engagement und mit der Überzeugung
Zukunftsarbeit zu leisten, gehen sie an ihre Arbeit.
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| In den Bala Bata Schulen
wird den Kindern nicht nur Schulwissen vermittelt, sondern sie lernen auch
Stocktänze und Lieder. Sie lernen etwas über Hygiene und Sauberkeit und werden
angehalten mit ihren Müttern zusammen Küchengärten
anzulegen. |
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Es gibt inzwischen 1.328 Bala-Bata-Schulen. Davon 1.278 in Andhra Pradesh; jeweils 10 in Orissa, Karnataka und Chattisgarh, sowie 20 in Maharashtra. In jeder Bala-Bata-Schule werden 20 - 40 Kinder betreut.
Bala-Bata-Schulen
- verbessern die Chancen der Kinder in den staatlichen Schulen
- verringern die Zahl der Schulabbrecher
- wirken gegen Kinderarbeit
- helfen den Kreislauf der Armut zu durchbrechen
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Die meisten Bala-Bata-Schulen
werden von Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klasse als „Lehrer"
betreut. Diese jungen Dalits sind sehr motiviert und engagiert. Sie haben nicht
nur die Aufgabe, die Kinder bei den Hausaufgaben zu unterstützen, ihnen Lieder
und Tänze beizubringen, sondern beziehen auch die Eltern mit ein. So tragen die Bala Batas nicht nur zur
Schulbildung der Kinder bei, sondern fördern auch die Dorfentwicklung. Die
Bala-Bata-Lehrer, werden daher zu Recht als Development Organizer (DOs)
bezeichnet. Ziel der DOs ist es, „ihre“ Bala-Bata-Kinder so zu fördern, dass
sie in den staatlichen Schulen gute Leistungen bringen und möglichst die
Aufnahmeprüfung in ein staatliches Internat bestehen. In diesen sogenannten
„residential schools“ bekommen die Kinder ein staatliches Stipendium.
Unterricht, Unterbringung, Verpflegung und Kleidung sind kostenlos.
In 22 Regionen mit 218
staatlichen Grundschulen waren 2.895 Kinder in der 5. Klasse. Von diesen haben
718 die Prüfung bestanden und einen Internatsplatz erhalten. 36% der
Bala-Bata-Kinder und 7% der übrigen Kinder haben die Prüfung bestanden. Dabei
waren sehr viele Adivasi-Kinder, die ihre Plätze mit Hilfe eines Sonderprogramms
erhalten. Ohne die Adivasi-Region Godavari haben ca. 21% der Bala-Bata-Kinder
und ca. 5,3% der übrigen Kinder die Prüfung bestanden. Das waren 294 von 1.383
Bala-Bata-Kindern und 58 von 1.099 der übrigen Kinder.
Aus diesen Vergleichen kann man nicht
unbedingt schließen, dass der Unterschied ausschließlich auf dem
„Bala-Bata-Effekt" beruht. So kann schon die Auswahl der Kinder in den
Familien, die einen Besuch der Bala-Bata-Schule ermöglichen, eine Rolle
spielen. Besser wäre es, einen Vergleich zu ziehen mit einer Gegend, in der es
gar keine Bala-Batas gibt. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass mit Hilfe der
Bala-Bata-Schulen etwa dreimal so viele Kinder wie bisher einen Platz in einem
staatlichen Internat erhalten. Die finanzielle Entlastung erhöht die Chancen,
dass der Schulbesuch erfolgreich beendet wird.
DOs,
Bala-Bata-Kinder und Eltern haben gemeinsam dazu beigetragen, dass aus den
Bala-Bata-Schulen in Andhra Pradesh eine landesweite Bewegung geworden ist, die
inzwischen auch auf andere Bundesländer übergreift. Im Dezember 2006 wurde bei
einer Feier durch Sri. Rameshwar Thakur, den Governor (Regierungspräsident) von
Andhra Pradesh das nationale Bala-Bata-Programm eröffnet, d.h. das
Bala-Bata-Konzept wird auch in anderen indischen Bundesstaaten eingeführt,
zunächst in Maharashtra, Karnataka, Orissa und Jharkhand mit je 20
Bala-Bata-Schulen. CARDS arbeitet dabei mit örtlichen
Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) zusammen, die die jeweilige
Landessprache beherrschen.
Die Organisation der
Bala-Bata-Schulen erfordert ein hohes Maß an Organisation, denn die DOs müssen
auf ihre nicht einfache Aufgabe vorbereitet und auch in entlegenen Dörfern
betreut werden. Die Betreuung der DOs wird durch 13
Distrikt-Leiter (DCOs) und 31 Regional-Leiter (RCOs) gewährleistet. Bei
monatlichen Treffen besprechen die DCOs und RCOs Probleme und neue Ideen.
3x im Monat am
Samstag finden Trainingscamps für die DOs statt, die von 3 DCOs organisiert
werden, die auch in den 11 Distrikten zu den Internats-Schulen zu reisen und
kulturelle Aktivitäten und Training für die dortigen Schüler zu veranstalten.
Die D.O.s haben nach bestandener 10. Klasse die Möglichkeit, ein CARDS
Vocational College zu besuchen.
Die
Finanzierung der 1.000 Bala-Bata-Schulen ist derzeit durch Spenden der Betty
Huber Stiftung gesichert. In vielen weiteren Dörfern warten jedoch schon Jungen
und Mädchen darauf, dass auch bei ihnen eine Bala-Bata-Schule gegründet wird. Daher
werden weitere Unterstützer für die Bala-Bata-Schulen gesucht. 85 € im Jahr
sichern den Unterhalt einer Bala-Bata-Schule: Honorar für Lehrer,
Lehrer-Training, Betreuung durch CARDS, Unterrichtsmaterial,
Prüfungsvorbereitung.
Mit
85 € kann die Schulausbildung von 40
Kindern ermöglicht werden. Für 20 €
kann eine Grundausstattung an Unterrichtsmaterial angeschafft werden. 40
€ decken zusätzlich die Trainingskosten der Lehrer
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Die Bala-Bata-Bewegung
zieht immer weitere Kreise. Dazu trägt auch der Bala-Bata-Newsletter bei, der
einmal monatlich an die DOs verteilt wird, die schon mit Spannung darauf
warten. Sie bekommen darin neue Anregungen für ihren Unterricht. Die Beiträge
im Newsletter werden vorgelesen und besprochen. Auch gesellschaftliche und
geschichtlich relevante Themen werden aufgegriffen. So gibt es beispielsweise eine Fortsetzungsreihe zu Dr. B.R. Ambedkar. Den Leitartikel
schreibt Ranjan Babu, der den Newsletter betreut und herausgibt.
Für die DOs und SchülerInnen ist der Bala-Bata-Newsletter
ein Forum, in dem auch sie selbst zu Wort kommen, auch Eltern haben die
Möglichkeit ihre Meinung zu äußern. Die jungen Dalits werden dadurch angeregt,
sich Gedanken über ihre eigene Situation zu machen, werden in die Diskussion
eingebunden und dazu angeregt, Verantwortung zu übernehmen.
Hier ein kleiner Auszug aus dem Bala-Bata-Newsletter vom
Januar 2007
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DIE ZUKUNFT DER NATION
HÄNGT VON DER BILDUNG DER KINDER AB
Eindrücke und Beobachtungen
der Development Organizers
Ich gebe Dalitkindern, die an den staatlichen Schulen in der
5. Klasse sind ein spezielles Training. Ich tue das, um ihnen zu helfen, später
an einer staatlichen Residential School zugelassen zu werden. Zusätzlich zu
der Nachhilfe habe ich mit ihnen um die Schule einen Küchengarten angelegt.
Meine Schüler passen immer gut auf und freuen sich, dass sie sich um Pflanzen
kümmern, die später Früchte tragen.
J. Ramaswami, Rajanagar Colony,
Tadicherla.
Mein Schüler Abbaiah war völlig ungebildet, bevor er zu uns
in die Bala-Bata kam. Wir haben ihm das Alphabet, Zahlen, Addieren,
Subtrahieren und Multiplizieren beigebracht. Das Einmaleins von 1 - 10 kann er
jetzt auswendig. Seine Eltern sind glücklich, über die Fortschritte, die er in
der Bala-Bata-Schule macht. Ich benutze verschiedene Methoden um meine Kinder
auszubilden und zu schulen.
1. Spiele: die Kinder sind bei der Sache und entwickeln
einen gewissen Wettbewerbsgeist.
2. Ich bringe Ihnen bei, wie man einen Küchengarten in der
Nähe ihres Hauses anlegt und pflegt. Es hilft ihnen auf zwei Arten. Sie können
frisches Gemüse für den eigenen Bedarf anbauen und den Überschuss günstiger als
die üblichen Verkäufer an die anderen Mitglieder der Gemeinde verkaufen.
3. Sparen: die Kinder bringen jeden Tag eine handvoll Reis in die Schule mit
und lagern sie bei den DOs. Sie lernen, dass dieser Reis für die Alten, Kranken
und Behinderten gedacht ist. Es bedeutet ihnen viel, den Bedürftigen und
Kranken zu helfen. R. Kavitha, Gollapudi.
In unseren Schulen lassen wir die Schüler, nach einer
kleinen Einführung, an offenen Diskussion teilnehmen, so wird die
Argumentationsführung verbessert und sie denken eigenständig über Themen nach.
In unseren Bala-Bata Schulen wird die Persönlichkeitsbildung gefördert. R. Lakshmi, Masigundlapalli
Mit dem Lehrmaterial, welches im Bala Bata Newsletter
veröffentlicht wird, können wir konstruktiv denkende und logisch argumentierende
Kinder ausbilden. Wir folgen den Richtlinien, die im Bala-Bata-Newsletter
veröffentlicht werden systematisch und bekommen gute Ergebnisse. B. Sri Sailam, Ekyulapalli, Zedcherla.
Ich lehre meine Schüler die
Ziele, Pläne und Prinzipien von CARDS. Ich bringe
ihnen bei, anderen zu helfen und mit ihnen zu teilen.
K. Kurmaiah, Pakaligadda Tanda.
Ich leite seit 4 Jahren eine Bala-Bata-Schule. Die Zahl der
Schüler steigt jedes Jahr. Ich glaube, das kommt daher, dass die Eltern der
Kinder die positiven Auswirkungen der Arbeit von CARDS sehen. Keine
Organisation in unserer Region hat je versucht unsere Kinder auszubilden, außer
CARDS. K. Mark, Damaracherla, Nalgonda.
Die Bala-Bata-Schule, die hier gegründet wurde verbessert
sich Tag für Tag. Meine Fünftklässler bereiten sich darauf vor den Aufnahmetest
für die staatliche Residential School zu bestehen. Ich bin
zuversichtlich, dass der Großteil der Schüler in den Genuss einer kostenlosen,
guten Schulbildung kommt. P. Nagalakshmi, Nalgonda.
Ich bin sehr froh, dass der Balba-Bata-Newsletter mit den
Richtlinien und Aufgabenblätter regelmäßig herauskommt. Ich baue die
Unterrichtsstunden aufeinander auf und schreibe am Wochenende Tests mit den
Kindern, um sicherzugehen, dass sie schweren Aufnahmetests bestehen. R. Krishnam Raju, Bothalpalem, Nalgonda.
Bala-Bata-Schüler (5.Klasse) berichten
Wir nehmen regelmäßig am Bala-Bata-Unterricht teil. Morgens
und abends. Jetzt bin ich sicher, dass wir für die 6. Klasse der Residential
School zugelassen werden. E. Sujatha
Ich gehe regelmäßig zur Bala-Bata in unserem Dorf. Meine Eltern wollen, dass
ich gut angezogen und sauber zur Bala-Bata-Schule gehe. Wir lernen nicht nur
akademische Dinge, sondern auch Singen, Malen und Spielen. Das macht den
Unterricht interessant. Ich bin sicher, dass ich für die 6. Klasse der
Residential School zugelassen werde. S. Vinodh
Wir sind sehr glücklich, dass wir auf die Bala-Bata-Schule
gehen können. Unser Lehrer bereitet uns auf den Aufnahmetest für die 6. Klasse
der Residential School vor. Wir danken dem Direktor P. Ranjan Babu und den
anderen, die uns helfen.
Santhi
Ich komme jeden Tag. Ich fehle nie. Der Unterricht ist sehr interessant. Es ist
einfach aufzupassen und am Unterricht teilzunehmen und es hilft einem die
eigene Persönlichkeit zu entwickeln. P. Sravani, Karapalli
Ich lerne in der Bala-Bata-Schule, die von CARDS gegründet
wurde. Wir lernen Lieder und Spiele und wie man einen Küchengarten anlegt. So
können wir frisches Gemüse ernten, als Lohn unserer Arbeit. Wir lernen gesund
zu leben und unsere Umwelt sauber zu halten. Ich bin sicher, dass ich es in die
6. Klasse der Residential School schaffe und ich möchte der Organisation CARDS
dafür danken, dass sie sich um unsere Bildung kümmert. V. Ravinder
Ich bin fast immer in der Bala-Bata. Ich bin sehr eifrig
beim Singen, Spielen und Tanzen. Ich habe einen 1. Preis bekommen, bei den
Wettbewerben in unserer Schule. Ich hoffe, dass ich den Test für die 6. Klasse
der Residential School bestehe.
R. Saidulu
Ich nehme regelmäßig am Unterricht der Bala Bata Schule in
unserem Dorf teil. Am 14. November haben wir den Geburtstag von Sri. Jawaharlal
Nehru, dem ersten Premierminister des unabhängigen Indiens gefeiert. In dem
Gesangswettbewerb wurde ich erster und bekam einen Preis und Applaus. Ich bin
froh, dass ich mich in der Schule durch den Nachhilfeunterricht in der
Bala-Bata verbessern konnte. P.
Ramesh, Ghanpad
Bala-Bata National Movement
to Educate an Empower Dalit Children - NEED
Nationale Bala-Bata-Bewegung
zur Bildung und Stärkung von
Dalit-Kindern
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| BALA
HITA SCHULEN - Schulen für Kinderarbeiter |
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Kinderarbeit
ist überall auf
der Welt Ausdruck extremer Armut. Der geringe Verdienst der
Kinder ist für die Familien überlebensnotwendig. In Indien ist
Kinderarbeit in
vielen Bereichen verbreitet, wie z.B. in den Steinbrüchen und
Kalkfabriken von
Pidiguralla in Andhra Pradesh in Südindien. Weil die Kinder arbeiten
müssen, können sie nicht zur Schule gehen. Weil sie nicht zur Schule
gehen und haben keine Chance, der schweren und gefährlichen Arbeit zu
entkommen. Im Steinbruch von Piduguralla hat CARDS 5 Schulen für
Kinderarbeiter gegründet - die Bala-Hita-Schulen.
Ehemalige Kinderarbeiter bekommen
hier eine spezielle Förderung, können schulische Defizite abbauen und sich an einen
regelmäßigen Schulbesuch gewöhnen. Sie werden damit auf den Besuch einer
staatlichen Schule vorbereitet. In der Bala-Hita-Schule werden nicht nur
die notwendigen Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt. Wichtig ist auch,
dass sie lernen, gewaschen, ordentlich gekleidet und regelmäßig zum Unterricht
zu kommen. Auch darin drückt sich die Aneignung der eigenen Menschenwürde aus:
„Dalit is dignified“. |
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Um den Eltern eine kleine Entschädigung dafür zu geben, dass
ihr Kinder nicht mehr mitverdienen, bekommen sie für den Schulbesuch ihrer
Kinder 100 Rs. monatlich. Außerdem erhalten die Kinder täglich eine warme
Mahlzeit.
Ziel der Bala Hita Schulen ist es, die Kinder soweit zu
fördern, dass sie eine staatliche Schule besuchen können, möglichst eine „Residential
School“, in der die Dalit- und Adivasi-Kinder eine finanzielle Förderung durch
den Staat erhalten.
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| Seit 2007 werden die
Bala-Hita-Schulen auch von anderen NGOs (Nichtregierungs-
Organisationen) betrieben. Jede NGO soll nur eine Bala-Hita-Schule
unterhalten. CARDS hat sich für ein größeres Projekt entschieden - das
"Child Rights Advocacy Centre" - CRAC.
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CRAC - Child Rights
Advocacy Centre
Zentrum für
Kinderrechte
in
Pidiguralla
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| Im CRAC ist eine Bala-Hita-Schule mit Internat (residential school) und ein berufsbildendes
College, das Silver Jubilee Vocational
Junior College, untergebracht. |
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- In der Bala-Hita-Schule werden die besonderen
Bedürfnisse der Kinderarbeiter berücksichtigt.
- Im Internat der Bala-Hita-Schule werden sie
versorgt und gut betreut.
- Im College besuchen junge Dalits berufsbildende Kurse in medizinischen Bereichen. Sie können danach als Hebammen oder medizinische Assistenten arbeiten oder weiter studieren.
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Für Nagamma und Rani ist der Schulbesuch keine
Selbstverständlichkeit. Lesen, Schreiben und Rechnen lernen bringt für die
ehemaligen Kinderarbeiter die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
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Lernen
und Spielen - beides kommt im Alltag der Kinderarbeiter nicht vor. Bei
Sport und Spiel auf dem Schulhof im CRAC fühlen sich die Kinder
sichtlich wohl.
Im Hintergrund sieht man die Brennöfen der
Kalkwerke.
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Jungen und Mädchen lernen gemeinsam in der Bala-Hita-Schule für
Kinderarbeiter.
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Bei den Kinderarbeitern im Steinbruch
Das
Child Rights Advocacy Centre liegt im südindischen Piduguralla mitten
in einem riesigen Steinbruch. Kilometerweit zieht sich eine Steinwüste, aus
der die ca. 1.000 Türme der Brennöfen ragen.
Die Arbeitsbedingungen für die Frauen, und Männer
sind vorsintflutlich. In hohem Maße sind sie Unfällen und dem
gesundheits- schädlichen Staub ausgesetzt.
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Im Steinbruch liegt alles unter einer dicken Staubschicht. Die Menschen leben und arbeiten mittendrin. Die Kinder wachsen im Staub auf. Lungen- und Hautkrankheiten sind weit verbreitet.
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Die Kinder arbeiten schon ab etwa 8 Jahren. Die Mädchen und die jüngeren Kinder sammeln die Steine in die Körbe.
Die
älteren Jungen und die Frauen tragen die Körbe zu den Brennöfen, wo die
Männer auf den Stufen eines Gerüstes stehen und die Körbe von einer
Stufe zur nächsten nach oben reichen, wo die Steine schließlich in den
Brennofen gekippt werden.
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| Aufgabe der Mädchen ist es auf die jüngeren Geschwister aufzupassen. Die Jungen klopfen mit dem Hammer große Steinbrocken klein. |
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Studentinnen und
Mitarbeiterinnen von CARDS reden mit Eltern der kinderarbeiter über die
Unterstützung von CARDS in der Bala-Hita-Schule. Sie versuchen sie davon zu überzeugen, ihre Kinder in die Schule zu schicken.
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| Somja, eine Mitarbeiterin
von CARDS, im Gespräch mit Kanthamma, einer Kinderarbeiterin in den
Steinbrüchen von Piduguralla.
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Das
Schulsystem in Indien
Primary School Klasse
1-5
High School
Klasse 6-10
Junior College Klasse
11-12
Degrees / Abschlüsse: Bachelor of Arts
and commerce 13-15 Jahre
Master of Arts 16-18
Jahre
Es gibt 2 Arten von High School: die normale High School
die
privilegierte „Residential School“
Für letztere gibt es folgende
Aufnahmevoraussetzungen, die alle erfüllt sein müssen:
- die Kinder müssen Dalits oder Tribals sein
- die Eltern müssen Landarbeiter oder Tagelöhner sein
- die Kinder müssen die 5. Klasse abgeschlossen haben, in einer staatlichen Schule in
einer ländlichen Gegend
- sie müssen die Aufnahmeprüfung zur 6. Klasse mit einem guten Ergebnis bestehen
Die „Residential Schools“
werden für Kinder von Dalits und Tribals vom Staat gefördert und betrieben. Die
Kinder erhalten kostenlos Unterricht, Unterbringung und Verpflegung im
Internat, zwei Paar Schuluniformen und Toilettenartikel. Wird ein Kind in diese
Schule aufgenommen, ist der weitere Lebenslauf vorgezeichnet und die Eltern
müssen sich keine Existenzsorgen mehr machen.
Solange
die Schüler bzw. Studenten die Prüfungen bestehen, können sie die gesamte
Laufbahn bis zum höchsten Degree durchlaufen. Schüler, die die Aufnahmeprüfung
nicht schaffen, können die normale örtliche High School besuchen, die ebenfalls
kostenlos ist, wo aber z.B. Schuluniformen selbst gezahlt werden müssen. Vor
einem halben Jahr wurde von CARDS ein Ausbildungsfonds begonnen. Die Eltern
zahlen 10 Rupien pro Kind im Monat an CARDS. Das Geld wird nach dem 5.
Schuljahr an die Eltern zurückgezahlt und wird hauptsächlich zum Kauf der Schuluniform verwendet.
Auswahl der Kinder für die
„Residential School“
Während des 5. Schuljahrs
findet in größerem Abstand zweimal ein zweitägiges Training mit Prüfung statt.
Danach gibt es jeweils im März ein zehntägiges Training und am Schluss eine
staatl. Prüfung. Das Training erfolgt mit Lehrern von CARDS, das letzte
Training mit staatl. Lehrern. CARDS arbeitet gut mit den staatl. Lehrern
zusammen, die Interessen sind die gleichen.
Im 4.
Quartal 2002 wurden nach der ersten Prüfung 683 Kinder für die Zulassung zur
„Residential School“ ausgewählt. Babu erwartet, dass sich diese Zahl bis zur
Schlussprüfung auf ca. 300 reduziert und von diesen ca. 150-200 die
Aufnahmeprüfung schaffen.
fxh/14.02.03
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