IMG 4185An diesem Tag hatten die Vereinsmitglieder die Gelegenheit die Inderinnen und Inder persönlich zu treffen. Einige waren von weit her angereist. Besonders gefreut hat uns auch das Interesse von Lars Castellucci (MdB), Thomas Funk (MdL), Alexander Brehm vom Ortschaftsrat in Dühren und Hans-Gilbert Schröder, Vorstand beim SPD-Stadtverband Sinsheim, die am Nachmittag mit dabei waren.

Leider hat sich die Hoffnung auf besseres Wetter nicht erfüllt. Deshalb konnte der Tag nicht wie ursprünglich geplant im schönen Pfarrgarten verbracht werden. Glücklicherweise konnten wir aber ins Gemeindehaus ausweichen, wo es trocken und warm war.

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Zur Einstimmung des Tages wurden gemeinsam deutsch-englisch-indische Lieder gesungen, mit Gitarrenbegleitung von Steffi König.

 

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Danach wurde das Büffet eröffnet. Jede/r hatte dazu etwas mitgebracht. Das Angebot reichte von original bayrischen Weißwürsten, über Kartoffel- und Nudelsalat bis zu echten Indischen Curries und leckeren Pakoras und Obst und Kuchen zum Nachtisch. Alle wurde mehr als satt.

Wer nicht da war, hat was verpasst.

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Die Zeit nach dem Essen wurde zu Gesprächen genutzt.

 

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Wer Bewegung wollte, der konnte sich beim Stocktanz mit Sandhya, Latha und Singaraju austoben. 

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Zur folgenden Gesprächsrunde begrüßte Steffi König offiziell alle Gäste aus Indien, Deutschland und besonders die Gäste von der SPD.

Nach einer Vorstellungsrunde schilderten die indischen BesucherInnen und die deutschen BegleiterInnen der Gruppe ihre Eindrücke aus den ersten zwei Wochen.

Vor allem die jungen Inderinnen, die zum ersten Mal in Deutschland sind, waren erstaunt darüber, wie sauber es auf den Straßen ist und sie wunderten sich darüber, dass man dort kaum Menschen sieht. Außerdem finden sie die deutsche Pünktlichkeit erstaunlich. Ratnam meinte, wenn die Deutschen sagen, dass es um 8 Uhr losgeht, dann sind sie sogar schon 10 Minuten früher da. Wenn es in Indien um 10 Uhr losgehen soll, dann ist ½ 12 Uhr immer noch pünktlich.

Besonders beeindruckt waren alle, dass sie in Deutschland so freundlich empfangen wurden, dass alle so hilfsbereit sind, dass jeder ihnen die Hand gibt und dass wir sie ganz selbstverständlich in unsere Häuser mitnehmen. Ganz anders sind sie es in Indien gewohnt, wo ein Kastenhindu sie niemals in sein Haus einladen würde.

Ratnam meinte dazu: „Germany is heaven“ - Deutschland ist der Himmel auf Erden. Er meinte damit vor allem, dass sie als Dalits und Tribals als Gleiche aufgenommen und nicht diskriminiert werden.

Die deutschen Begleiter konnten berichten, dass es auch nach 25 Jahren für sie immer wieder Überraschungen bei den Besuchen gibt. Sie  bekommen Einblick in Bereiche, die sie sonst nicht sehen würden und erfahren dabei Dinge, die sie noch nicht wussten. Etwa bei den besonderen Begegnungen beim Bürgerkreis Sinsheim, bei der Bahnhofsmission Heidelberg oder im Altersheim in Gemmingen.

Erstaunlich für die jungen InderInnen war es, dass die Deutschen ihnen alles und jedes erklären, auch wenn sie zuerst gar keine Fragen hatten. Es ist so vieles, das sie in den Schulen und den anderen Einrichtungen gesehen und erfahren haben. Bei allem überlegen sie, wie sie es bei ihrer Arbeit in den Bala Batas oder im GIRL einbauen können.

Beeindruckt waren sie auch von der KZ-Gedenkstätte in Neckarelz. Sie haben dabei etwas über den 2. Weltkrieg erfahren, einem Thema, mit dem sie sich noch nicht beschäftigt hatten.

Ganz besonders gefreut hat sie, dass die Kinder in Aglasterhausen für sie ein indisches Lied gesungen haben. Es war eine Riesenüberraschung, als sie erkannt haben, dass die Kinder in ihrer Muttersprache singen. Ein junger Inder erzählte, dass es ihnen in Indien nicht erlaubt sei, mit Kastenhindus zusammen zu kommen. Und hier tanzt sogar ein deutsches Mädchen bei ihren Auftritten mit ihnen. 

Pfarrer Coors, der die indische Gruppe im Pfarrhaus sozusagen hautnah erlebt, betonte wie wichtig es für das friedliche Zusammenleben ist, Kontakte zu anderen Ländern und Kulturen zu knüpfen. Lars Castellucci, der gerade vom Deutsch-Afrikanischen Brückenfest in Walldorf gekommen war, konnte dies bestätigen. Es ist eine Bereicherung, Menschen aus aller Welt mit ihren Besonderheiten kennen zu lernen.

In der Partnerschaft mit dem deutschen Verein ist es für Ratnam wichtig, dass sie nicht das Gefühl haben als Bettler zu kommen, sondern dass sie vom Verein die nötige Unterstützung bekommen, sich selbst zu helfen – Help for Selfhelp. Mit den Spendengeldern aus Deutschland gelingt es CARDS, Strukturen aufzubauen, mit denen sie die Voraussetzung schaffen, Gelder vom indischen Staat zu erhalten. So bekommen sie z.B. für das GIRL Zuschüsse vom Jugendamt und die Gehälter der LehrerInnen des Colleges werden ebenfalls vom Staat bezahlt. Auf 10 Rupien Spenden aus Deutschland kommen so ca. 90 Rupien vom indischen Staat dazu.

Ein besonderes Problem haben die Tribals, die in abgelegenen Berg- und Waldregionen leben. Durch Abholzung wird ihr Lebensraum immer mehr eingeschränkt. Traditionellerweise leben sie vom Fischfang und von der Jagd. Die Möglichkeiten dazu werden immer geringer, das Überleben wird schwieriger. Die Bevölkerungszahlen der Tribals sind schon stark zurückgegangen. Die Tribals wissen nicht, womit sie sonst Geld verdienen können. Regierungsprogramme zur Unterstützung der Tribals kommen dort nicht an.

CARDS sieht seine Aufgabe darin, eine Brücke zwischen Tribals/Dalits und staatlichen Ämtern und Politikern zu schlagen. In den letzten Jahren wurden in Tribal-Gebieten verstärkt Bala Batas gegründet, um Bildungsmöglichkeiten zu schaffen und Informationen über staatliche Fördermöglichkeiten zu verbreiten. Zwei aus der Gruppe sind Angehörige von Tribal-Stämmen.

Nach dieser intensiven Austauschrunde wurde gemeinsam aufgeräumt, denn der nächste Programmpunkt rückte näher. Aufgeregt machte sich eine indisch-deutsche Mannschaft auf zur Sonnwendfeier nach Adersbach.

Bericht und Fotos Margit Nitsche

Betterplace

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