IMG 4717Und wieder mussten die indischen Gäste einen weiteren kalten Tag aushalten. Inzwischen beginnen auch sie vom Wetter zu reden. Es ist ein Wunder, dass bis jetzt noch alle gesund geblieben sind. Im kalten Regen fuhren wir nach Flinsbach zur Sozialstation, wo wir von Frau Hopf, Frau und Herrn Kopp schon erwartet wurden.

Um zu verstehen, wie die Versorgung von kranken und alten Menschen in Deutschland funktioniert, gab Frau Hopf grundlegende Informationen zum deutschen Gesundheits- und Pflegeversicherungssystem und einen Überblick über die Möglichkeiten der stationären und ambulanten Versorgung.

Bei unseren Besuchen stellen wir immer wieder fest, wie wichtig es ist, die Grundlagen zu klären. Die soziale und gesellschaftliche Organisation in Indien und Deutschland ist so grundverschieden, so dass man zwar über dasselbe Thema spricht, aber jeder hat ein vollkommen anderes Bild im Kopf. Wenn man miteinander redet, als würde man von den gleichen Voraussetzungen ausgehen, kann das nur in Missverständnissen enden.

Frau Hopf stellte die Organisation und die Tätigkeiten der Sozialstation Flinsbach sehr verständlich und anschaulich vor. 45 qualifizierte und engagierte Krankenschwestern und Pfleger, 20 Hauswirtschaftshelferinnen, 20 ehrenamtlich tätige Betreuerinnen und Betreuer, 3 Auszubildende und 3 Mitarbeiter in der Geschäftsführung und Verwaltung versorgen 11 Gemeinden mit ca. 20.000 Einwohnern im Gemeindeverwaltungsverband Waibstadt mit einem umfangreichen Angebot.

Dazu gehört die Beratung und Information von Angehörigen, sowie Unterstützung bei der Pflege und Hilfe im Haushalt. Medizinische Versorgung, z.B. nach Operationen, Hospizbegleitung und die Versorgung Schwerstkranker über das PalliativCareTeam Kraichgau. Auch „Essen auf Rädern“ mit verschiedenen Auswahlmenüs ist über die Sozialstation zu erhalten.

Jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat findet ein Nachmittag zur Kontaktpflege für die Patienten der Sozialstation Flinsbach e.V. statt. In Epfenbach werden ebenfalls im 2 Wochen Rhythmus solche Begegnungs-Nachmittage durchgeführt (kostenlos) und zusätzlich wöchentlich ein Nachmittag ist Epfenbach (kostenpflichtig). Ein Fahrdienst holt die Gäste ab und bringt sie wieder heim. Der monatliche Pflegestammtisch in den Räumen der Sozialstation Flinsbach ist für jeden offen, der einen Patienten zu Hause versorgt.

Diese umfassende Versorgung kranker und alter Menschen veranlasste Ratnam zu dem Ausspruch: “Happy to be born in Germany”. Es kamen dann aber auch noch die Schattenseiten des Systems zur Sprache. Die gute Versorgung hat ihren Preis, sie ist teuer und erfordert viel Zeit, die oft nicht gegeben wird. Stress und Effektivierung machen den Krankenschwestern und Pflegern zu schaffen. Es ist schwierig Nachwuchs zu finden, denn die Bezahlung ist für viele junge Leute nicht so attraktiv.

Nicht ganz leicht zu verstehen war für die Inder, dass so viele Menschen bei uns alleine leben. Die Kinder haben vielleicht berufliche Verpflichtungen und leben weit weg. Wieso gehen die alten Menschen dann nicht lieber in ein Heim, wo sie mit anderen zusammen sein können? Sie haben in Gemmingen gesehen, wie gut man dort versorgt wird.

Das ist wieder ein ganz eigenes Thema und jeder muss sich dazu seine eigene Meinung bilden.

Bericht und Foto Margit Nitsche

Betterplace

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