„Zentrum für Kinderrechte"

"Child Rights Advocacy Centre“

CRAC

Auf dem Weg zur Bala-Hita-Schule im CRAC. Die Mädchen holen ihre Mitschülerinnen von zuhause ab. Bis sie im CRAC ankommen, haben sich alle angeschlossen. Gemeinsam in ihrer Gruppe fühlen sich die Mädchen wohl. 

 

Auf dem Weg zur Schule nutzen die Jungen schnell noch die Gelegenheit für ihr Lieblingsspiel mit Murmeln. Sie haben ihre Schulsachen beiseite gelegt. Die Mädchen dagegen sind schon ganz auf Schule eingestellt. Sie spielen ihre Spiele zuhause bei ihren Hütten und nicht auf der Straße.

Gemeinsam erreichen die Kinder das CRAC.

   

Wenn sie das große Eisentor passiert haben, dann öffnet sich für sie eine neue Welt. An jedem Tag gehen sie dort einen Schritt auf dem Weg in eine hoffnungsvolle Zukunft.

Unterricht

   

Mr. Suvama Babu der Leiter des CRAC, unterrichtet eine der beiden Klassen der Bala-Hita-Schule. Die Kinder sitzen auf dem Boden, wie sie es gewohnt sind.

Nach ihrem Wissenstand werden die Kinder in die zwei Klassen aufgeteilt. Am Anfang steht nicht die Wissensvermittlung im Mittelpunkt. Zuerst muss die Motivation und Lernfreude der Kinder geweckt werden. Sie müssen erfahren, dass es sich lohnt, bei der Sache zu bleiben und nicht gleich aufzugeben und der Schule fern zu bleiben.

Sehr gute Erfahrungen hat CARDS dabei mit  spielerischen Methoden gemacht. Mit großer Begeisterung singen die Kinder Lieder, lernen Tänze und Trommeln und erwerben dadurch ein neues Körpergefühl, Ausdauer und Selbstbewusstsein. In kleinen Sketschen spielen die Kinder Szenen aus ihrem Alltag nach und reflektieren so ihre Erfahrungen. Gleichzeitig zeigen die Inhalte der Theaterstücke auch neue Perspektiven auf.

  

Beim Unterricht in den Bänken zu sitzen ist etwas besonderes und noch ungewohnt für die Schülerinnen und Schüler.

Mrs. Lilly ist die Lehrerin der anderen Klasse.

   

Manchmal werden auch beide Klassen gemeinsam unterrichtet. 

Die Kinder zu motivieren, in die Schule zu gehen ist nicht einfach. Alle Eltern arbeiten als Tagelöhner im Steinbruch und die Kinder sind es von klein auf gewohnt, sie dorthin zu begleiten. Etwas anderes als den täglichen Staub der Kalksteine kennen sie nicht. In die Arbeit wachsen sie fast selbstverständlich mit hinein.

 

Die Konzentration und Ausdauer, die man fürs Lernen braucht, können sie nicht aufbringen. Das was sie zunächst an der Bala-Hita-Schule fasziniert, sind die vielen Spielmöglichkeiten. Die Freude darauf, wieder Lieder singen und Sketsche lernen zu dürfen, motiviert die Kinder jeden Tag in die Schule zu kommen. Mit der Zeit werden sie so daran gewöhnt, bei der Sache zu bleiben und langsam kann das vorgeschriebene Schul-Curriculum in Angriff genommen werden. Bis die Schüler Interesse zeigen, ihre Lektionen zu lernen, haben die Lehrer ein hartes Stück Arbeit zu leisten.

Um dieses Ergebnis erzielen zu können, organisierte CARDS für die LehrerInnen Seminare, in denen sie entsprechende Methoden lernten und so für den Umgang mit diesen Schülern vorbereitet wurden.

Essensausgabe

 

Alle Schüler die die Bala-Hita-Schule im CRAC besuchen, bekommen zuhause so gut wie nie ausreichend und nahrhaftes Essen. Meist reicht das Geld nur für eine Mahlzeit am Tag, die hauptsächlich aus Reis besteht. Obst und Gemüse können sich die Eltern nicht leisten. Im CRAC erhalten die Kinder Frühstück, Mittagessen, zum Abendessen auch Milch. Für unsere Vorstellung ist das Essen im CRAC sehr einfach, die Schüler sind aber sehr zufrieden und auch die Eltern bedanken sich bei CARDS für das gute Essen, das sie selbst ihrem Kind nicht geben könnten.

Durch die bessere Ernährung sind die Kinder bereits kräftiger geworden. Auch ihr Verhalten und ihre Persönlichkeit haben sich positiv entwickelt.

   

Für uns ist dies ein etwas befremdliches Bild.Die Jungen liegen auf dem Boden und haben kein Bett. Für dieKinder im CRAC ist es aber das, was sie gewohnt sind.

Ursprünglich war geplant, auch die Mädchen in einem Internat aufzunehmen. Aber dabei ergaben sich unvorhergesehene Probleme. Bei den Elterntreffen äußerten sich die Eltern sehr besorgt um die Sicherheit ihrer Töchter. Zwar ist das CRAC durch eine hohe Mauer gesichert, aber in den Steinbrüchen gibt es vor allem nachts Gefahren durch Kriminalität. Auch wird es von den Besitzern der Steinbrüche nicht gern gesehen, wenn die Kinder zur Schule gehen, anstatt zu arbeiten. Die Eltern haben CARDS daher darum gebeten, ihre Kinder abends nach dem Essen nach Hause zu schicken. CARDS hat mit den Eltern über ihre Befürchtungen diskutiert. Da zu befürchten war, dass die Eltern ihre Töchter gar nicht mehr zur Schule schicken, hat CARDS die Bitte akzeptiert.

Derzeit sind 10 Jungen im Internat untergebracht, die dort auch bleiben werden. Das Internat soll weiter geführt und nach Möglichkeit ausgebaut werden. Die Mädchen und auch einige Jungen werden weiter zur Schule kommen und abends in ihre Familie gehen.

  

Nach der Schule treffen sich die Jungen im Dorf noch zum Murmelspiel.

Die Mädchen machen sich meist gleich auf den Weg nach Hause. 

In solchen Hütten wohnen die meisten Bala-Hita-Kinder.

Der Bruder des Mädchens macht gerade seine Hausaufgaben. Neben den Schulaufgaben muss seine Schwester auch der Mutter im Haushalt helfen.  

  

Fast alle Eltern sind Analphabeten. Sie haben entweder gar keine Schule besucht oder nach den ersten Klassen abgebrochen. 

Abends zeigen die Schülerinnen und Schüler ihren Eltern ihre Hausaufgaben. Auf diese Weise lernen sie mit ihren Kindern etwas schreiben und lesen. Dass ihre Kinder die Möglichkeit haben zur Schule zu gehen, erfüllt sie mit Stolz. Sie hoffen darauf, dass sie später der harten und gefährlichen Arbeit im Steinbruch entkommen können und mit einem guten Beruf ein ausreichendes Einkommen erzielen.

Einbeziehung der Familien - Elternarbeit

Die Familien der Kinder leben in unvorstellbarer Armut. Die meisten Eltern verdienen als Tagelöhner kaum genug, um mit dem sehr geringen Lohn zu überleben. In dieser Situation sind die Eltern gezwungen, auch die Kinder zur Arbeit zu schicken. Dass es einen anderen Weg für sie geben könnte, lag außerhalb ihrer Vorstellungskraft.

Die erste Kontaktaufnahme zu den Eltern erfolgt durch die College-StudentInnen. Sie vermitteln auch die Aufnahme der Kinder ins CRAC. Anfangs stießen die StudentInnen auf wenig Interesse, als sie sich in den Steinbruch aufmachten, um mit den Eltern zu reden. Sie mussten im Gegenteil zuerst Misstrauen und Ungläubigkeit überwinden.

Erst die Aufklärung über die Chancen und Möglichkeiten einer guten Bildung durch Lieder und Straßentheater weckte die Aufmerksamkeit und langsam wurde den Eltern bewusst, wie wichtig es ist, dass ihre Kinder die Schule besuchen. 

Küchengärten

Durch viel Überzeugungsarbeit ist es CARDS gelungen, die Eltern dafür zu gewinnen, sich auch bei weiteren Maßnahmen zu beteiligen. An erster Stelle steht hier die Anlage von Küchen-Gärten und Pflanzungen von Baumsetzlingen in der Nähe der Häuser. Diese Aktivitäten wurde gleichzeitig mit dem Unterricht der Schüler aufgenommen. Während des Monsuns wurde den Schülern Samen gegeben, sodass sie gemeinsam mit ihren Müttern einen kleinen Küchengarten anlegen konnten. Von den SchülerInnen lernen die Eltern, darauf zu achten, kein zusätzliches Wasser für die Küchengärten zu verbrauchen, sondern Spül- und Waschwasser dafür zu verwenden. Auch werden Regen-Becken für die Küchengärten angelegt.

Anfangs standen die Eltern dieser Idee skeptisch gegenüber, aber sie haben bald erkannt, dass sie mit einem sehr kleinen Einsatz einen großen Ertrag an gutem Gemüse erzielen konnten. Sie können dabei einerseits Geld sparen und sind andererseits in der Lage, ihren Kindern nahrhafte Lebensmittel geben zu können. Es erfüllt sie mit Stolz, dass ihr eigener Sohn oder ihre Tochter auf diese Weise hilft, die Lebensbedingungen der ganzen Familie zu verbessern.

CRAC-Elternbeirat  

Die Arbeit mit den Eltern ist CARDS sehr wichtig. Durch die Gründung des CRAC-Elternbeirats wurde die Mitarbeit und Mitbestimmung der Eltern ermöglicht. Dadurch wird erreicht, dass die Eltern ihre Kinder mit Überzeugung zum Schulbesuch anhalten und sie unterstützen. Gleichzeitig lernen sie selbst von und mit ihren Kindern. Die Arbeit im Elternbeirat stärkt ihr Selbstbewusstsein und sie lernen, wie sie ihre Situation verbessern können.

Ernährung - Gesundheit - Hygiene

Bei den regelmäßigen monatlichen Elterntreffen werden die Belange der Schule besprochen, zum Beispiel der Speiseplan für die Kinder und die anfallenden Kosten. Auch die in Indien außergewöhnlichen, spielerischen Lernmethoden wurden den Eltern erklärt und mit ihnen diskutiert. In die kulturellen Aktivitäten werden die Eltern ebenfalls einbezogen. Darüber hinaus können die Eltern bei den Treffen auch andere Probleme, die die Arbeit oder die Familie betreffen, ansprechen. Es finden Informationsabende statt über Ernährung, Gesundheit und Hygiene. Zusammen mit ortsansässigen Ärzten wurden staatlich unterstützte Gesundheits-Camps durchgeführt.

Der Gesundheitszustand der Schüler ist besorgniserregend. Die gravierendsten Probleme sind  Husten, Lungenerkrankungen, Durchfall, Hautkrankheiten. Die Eltern können sich für ihre Kinder weder ärztliche Vorsorge leisten, noch können sie sie ins Krankenhaus bringen, wenn es nötig ist. Im CRAC werden die SchülerInnen regelmäßig durch Ärzte, die mit CARDS kooperieren untersucht. Notwendige Behandlungen oder Operationen werden in die Wege geleitet. CARDS arbeitet dabei mit dem örtlichen staatlichen Krankenhaus zusammen.

Auf Sauberkeit und Hygiene wird in den Familien der Kinder überhaupt nicht geachtet.  Dies liegt nicht daran, dass die Eltern nicht wollten, dass ihre Kinder sauber sind, sondern weil sie arm sind und unter katastrophalen Bedingungen leben. Für Seife ist kein Geld da, klagten die Eltern bei ihrem Treffen im CRAC. Daraufhin stellte CARDS den Schülern Seife zur Verfügung und auch Kokosnussöl, das in Indien zur Haarpflege verwendet wird. Jeden Monat bekommen sie auch Feuchtigkeitscremes, um ihre Haut pflegen zu können, die durch den Kalkstaub stark angegriffen ist.

Frauen- Spargruppen

Um die Situation der Familien weiter zu verbessern, wurden die Eltern über die Möglichkeit der Kleinkredite informiert. Die Elternvertretung hat die Initiative ergriffen, Selbsthilfe-Spargruppen zu gründen.

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