und Kleiderladen beim Deutschen Roten Kreuz in Mosbach

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Begegnung und Austausch, einander kennen- und verstehen lernen, das ist Ziel und Inhalt des Besuchsprogramms.

 

 

 

Jeder Tag bringt neue, oft überraschende Erkenntnisse. Wer macht sich bei uns schon Gedanken über Sinn und Zweck der seltsamen Mauern entlang vieler Straßen, manchmal mit Pflanzen bewachsen, einfach oder kunstvoll gestaltet? Bei den indischen Gästen löste die Erklärung jedenfalls erstaunte Ah und Oh-Rufe aus. Lärm-Schutz-Mauer ! Ich glaube darauf würde in Indien niemals jemand kommen.

Wie vielfältig die deutsche Kultur ist und die welche Besonderheiten unsere deutsche Gesellschaft bietet, das fällt erst auf, wenn man anfängt scheinbar Selbstverständliches zu erklären, wie etwa eine Lärmschutzmauer. Solche Einblicke in die seltsamen Sitten und Gebräuche kommen eher zufällig zustande.

IMG 2505Fest eingeplant im Programm war dagegen der Besuch in der KZ-Gedenkstätte Neckarelz. Gerd Tessmer vom Verein »KZ-Gedenkstätte Neckrelz e.V. « führte die Gruppe durch die Ausstellung. Ratnam übersetzte in Telugu. Die indischen Gäste waren schockiert über das was damals passiert ist. Aber sie waren auch sehr beeindruckt über unseren Umgang mit diesem schrecklichen Teil unserer deutschen Geschichte. Durch die Gedenkstätte wird die Erinnerung aufrecht erhalten an das was damals Menschen angetan wurde, als Information für die nachfolgenden Generationen und als Mahnung, wie notwendig es ist den Frieden zu bewahren.

IMG 2513Noch am Tag vorher hatte eine Inderin gefragt: "Warum habt ihr denn keinen richtigen National-Feiertag?" Einen Nationalfeiertag haben wir ja schon, aber wie feiert man den "richtig"? Wie erklärt man das zwiespältige Verhältnis der Deutschen zu ihrer Nation? Die Hemmung die deutsche Fahne zu hissen und die Nationalhymne zu singen, was in Indien und sonst auf der Welt selbstverständlich ist?

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Beim Besuch in der Gedenkstätte bekamen die Inderinnen und Inder eine Ahnung davon, wieso das so ist. Die Diskussion darüber geht weiter.

 

Essen und Wetter in Deutschland

Beim Mittagessen im Ludwig in Mosbach konnten die indischen Gäste dann feststellen, dass ein indisches Curry in Deutschland zwar auch gut ist, aber ganz anders schmeckt, als sie es gewöhnt sind, vor allem sehr viel weniger "spicy".Trotzdem - die großen Portionen wurden leer.

Zum Probieren gab es noch Salat und Flädlesuppe. Salat und rohes Gemüse isst man in Indien so gut wie gar nicht. Auch das Essigdressing ist sehr gewöhnungsbedürftig. "Wem schmeckt es und wem nicht?" Man sah es den Gesichtern an. 6 von 8 hat es geschmeckt. Das ist doch ein ganz guter Schnitt. Aber Flädle in der Suppe ist nichts gegen Dosa. Das konnte man deutlich sehen, da waren sich ziemlich alle einig. Das kann man nicht vergleichen. Na ja, einen Versuch wars wert.

Bei strömendem Regen und Temperaturen um 17° hatte sich die Gruppe morgens gemeinsam frierend mit einem Arm voller Regenschirme auf den Weg gemacht. Die Tage vorher war es noch brütend heiß, aus deutscher Sicht und angenehm kühl für die Inder, die in indien bei fast 50° schwitzten. Wieder so eine interessante Frage: "Warum habt ihr denn keine Ventilatoren, es ist doch für euch so heiß? In Indien gibt es überall welche?" Na ja, was sagt man da. Die paar Tage, an denen es richtig heiß wird, die halten wir halt aus. Da lohnt es sich nicht einen Ventilator anzuschaffen. Und siehe da, am nächsten Tag wurde die Antwort spürbar erfahrbar.

Ein guter Grund über das Wetter in Deutschland zu reden und zu ahnen, warum die Deutschen und auch andere Europäer das so gern tun. Es gibt eben immer etwas darüber zu reden, das Wetter ist immer anders. Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Ach was, die Bäume, die jetzt so schön grün sind verlieren ihre Blätter? Ja, und deshalb freuen sich alle Deutschen auf den Frühling, wenn alles wieder schön grün wird und blüht. Und stellt euch den deutschen Winter so vor: Ihr setzt euch in euren Kühlschrank und macht die Tür zu. Nein, das wollte sich dann doch niemand vorstellen. Ein schönes Thema, das Wetter, irgendwie unerschöpflich.

Spruch des Tages: "Don't forget your umbrella!"

Kleiderladen DRK

IMG 2529Wie gut, dass die Gruppe sich am Nachmittag beim Kleiderladen des DRK mit warmer Kleidung eindecken konnte, zumindest für die nächsten Tage, denn am Donnerstag soll es wieder heiß werden. Dann reden wir wieder übers Wetter.

Zu diesem Termin waren wir etwas zu früh dran - nach deutschem Brauch lieber etwas zu früh als zu spät. In Indien sieht man das nicht so eng, da sind "ten minutes" ein dehnbarer Begriff. Aber auch nicht jeder Deutsche ist immer pünktlich. Jedenfalls hatten wir noch etwas Zeit und lasen die Plakate an der Wand, die auch wieder interessante Einblicke ins deutsche Sozialwesen und Anlass für Erklärungen gaben. Zum Beispiel in die Einrichtung eines Tafelladens - was die InderInnen sehr erstaunte oder das Angebot eines Erste-Hilfe-Kurses für den Führerschein - was sie für eine sehr gute Idee hielten. 

IMG 2548Von Gerhard Weidner und dem Ladenteam wurde die Gruppe mit herzlichem Interesse begrüßt. Mary, die Leiterin der Gruppe konnte viele schöne Kindersachen für die Mädchen im GIRL-Mädchenheim einpacken und alle fanden genügend warme Kleidung und auch noch einige gute Sachen für Geschwister und Familie.

IMG 2562Zum Dank und zum Abschied sang die culture group dem Ladenteam ein indisches "Halleluja" und überreichte eine Trommel, die schon gute Dienste geleistet hatte und in der noch Musik steckt.

 

 

 

Bericht und Fotos Margit Nitsche

Betterplace

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