Kinder - Schulen

Kinder - Schulen - Kinderarbeit

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Child is an instrument of social change          

Kinder sind der Schlüssel zum sozialen Wandel        
 

GIRL - Mädchenheim

Bala Bata Schulen 

Bala Hita Schulen

Das Schulsystem in Indien

CRAC  - Child Rights Advocacy Center
- Zentrum für Kinderrechte

CRAC - Bericht 2009

Tagesablauf im CRAC

Kinderarbeit 

In einer durchschnittlichen Dalit-Familie leben Heute 3 Generationen

Großeltern 

  • aufgewachsen während der Zeit der britischen Kolonialherrschaft.
  • Viele Dalits dieser Generation schätzten die politischen und wirtschaftlichen Umstände dieser Periode.
  • Die Preise für Grundnahrungsmittel waren niedriger,
  • die Korruption weniger verbreitet.

Eltern

  • Sie erlebten den Sieg über die Kolonialherren.
  • Nach dem Abzug der Briten gewannen die . Großgrundbesitzer (landlords) an ökonomischer und politischer Macht.
  • Der Kampf der Dalit-Eltern gilt der Befreiung aus der Abhängigkeit und Unterdrückung durch die Landlords.

Kinder

  • Für die Kinder aus diesen Familien ist der Kampf ihrer Eltern noch nicht gewonnen, ihre Zukunft ist unsicher. Der Grundstein für ihre Zukunft muss jetzt gelegt werden. 
     

      Auf die Generation dieser Kinder,
    auf ihre Ausbildung für eine bessere Zukunft
    gründen sich Heute die Hoffnungen der Dalit-Bewegung.

    Die Überwindung der Armut durch Schulbildung und Berufsausbildung für die Kinder der Dalits und Adivasi ist das Ziel von CARDS.
     
    "Fürchtet euch nicht vor schlechten Bedingungen - die Hauptsache ist, dass die Kinder lernen wollen!“  P. R. Babu
     

     Die Aussicht, überhaupt eine Schule besuchen und auch abschließen zu können ist gering für die Dalit- und Tribal-Kinder in den abgelegenen Dörfern, in den Slums der Großstädte oder in den Kalksteinbrüchen.

    In den staatlichen Schulen werden Dalit-Kinder, vor allem die Mädchen  benachteiligt. Die Zahl der Schulabbrecher ist groß.

    Die Ausstattung der Schulen ist schlecht. Es mangelt an Räumen und Unterrichtsmaterial. Weitaus wichtiger jedoch ist der Glaube der Eltern, dass der Schulbesuch der Kinder tatsächlich zu einer Verbesserung der eigenen Situation und der Zukunftsaussichten  führen kann.

    In den vergangenen 30 Jahren hat CARDS mit seinen „Cultural Teams“ kontinuierlich daran gearbeitet, konkrete Hoffnungen zu wecken, dass Veränderungen möglich sind. Durch Lieder, Tänze, Trommeln und body theatre wurde das Verständnis der Dalits für ihre ungerechte und menschenunwürdige Behandlung durch das Kastensystem geweckt und ihr Selbstbewusstsein gestärkt.

    Vor allem Frauen und Mütter tragen dazu bei, dass sich etwas ändert und nutzen die Chance, die CARDS ihnen bietet.

    BALA BATA SCHULEN - Nachhilfeschulen für Dalit-Kinder

    Es gibt inzwischen über 4.000 Bala-Bata-Schulen, die zum größten Teil durch die Betty Huber Stiftung unterstützt werden. Ausführliche Infos gibt es unter: www.bala-bata.de

    Dalit-Kinder haben es schwer in den staatlichen Schulen. Vielfach werden sie noch diskriminiert, müssen ganz hinten auf dem Fußboden oder sogar außerhalb des Klassenzimmers sitzen. Sie werden von den Klassenkameraden aus den höheren Kasten gemieden und müssen für die Kinder des Landlords ihrer Eltern Dienste leisten, wie z.B. die Schulsachen tragen oder das Essgeschirr reinigen. Bei den Hausaufgaben haben sie wenig Hilfe, denn die Eltern sind meist Analphabeten. Ihre Schulleistungen sind daher oft schlecht.

    Die Bala Bata Schulen leisten hier einen wichtigen Ausgleich. Vor Beginn der staatlichen Schule und nach Schulende besuchen die Dalit-Kinder die  Bala Bata Schulen. Dort bekommen die Kinder Hilfe bei den Hausaufgaben, Defizite können ausgeglichen werden. Die Kinder werden ernst genommen, die meist jungen Bala-Bata-Lehrerinnen und Lehrer gehen respektvoll mit den Schülern um.

     

    Mit großem Engagement und mit der Überzeugung Zukunftsarbeit zu leisten, gehen sie an ihre Arbeit.

    In den Bala Bata Schulen wird den Kindern nicht nur Schulwissen vermittelt, sondern sie lernen auch Stocktänze und Lieder. Sie lernen etwas über Hygiene und Sauberkeit und werden angehalten mit ihren Müttern zusammen Küchengärten anzulegen.

    In jeder Bala-Bata-Schule werden 20 - 40 Kinder betreut.

    Bala-Bata-Schulen

    • verbessern die Chancen der Kinder in den staatlichen Schulen
    • verringern die Zahl der Schulabbrecher
    • wirken gegen Kinderarbeit
    • helfen den Kreislauf der Armut zu durchbrechen

      Ø                  Die meisten Bala-Bata-Schulen werden von Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klasse als „Lehrer" betreut. Diese jungen Dalits sind sehr motiviert und engagiert. Sie haben nicht nur die Aufgabe, die Kinder bei den Hausaufgaben zu unterstützen, ihnen Lieder und Tänze beizubringen, sondern beziehen auch die Eltern mit ein.  So tragen die Bala Batas nicht nur zur Schulbildung der Kinder bei, sondern fördern auch die Dorfentwicklung. Die Bala-Bata-Lehrer, werden daher zu Recht als Development Organizer (DOs) bezeichnet. Ziel der DOs ist es, „ihre“ Bala-Bata-Kinder so zu fördern, dass sie in den staatlichen Schulen gute Leistungen bringen und möglichst die Aufnahmeprüfung in ein staatliches Internat bestehen. In diesen sogenannten „residential schools“ bekommen die Kinder ein staatliches Stipendium. Unterricht, Unterbringung, Verpflegung und Kleidung sind kostenlos.

      In 22 Regionen mit 218 staatlichen Grundschulen waren 2.895 Kinder in der 5. Klasse. Von diesen haben 718 die Prüfung bestanden und einen Internatsplatz erhalten. 36% der Bala-Bata-Kinder und 7% der übrigen Kinder haben die Prüfung bestanden. Dabei waren sehr viele Adivasi-Kinder, die ihre Plätze mit Hilfe eines Sonderprogramms erhalten. Ohne die Adivasi-Region Godavari haben ca. 21% der Bala-Bata-Kinder und ca. 5,3% der übrigen Kinder die Prüfung bestanden. Das waren 294 von 1.383 Bala-Bata-Kindern und 58 von 1.099 der übrigen Kinder.

      Aus diesen Vergleichen kann man nicht unbedingt schließen, dass der Unterschied ausschließlich auf dem „Bala-Bata-Effekt" beruht. So kann schon die Auswahl der Kinder in den Familien, die einen Besuch der Bala-Bata-Schule ermöglichen, eine Rolle spielen. Besser wäre es, einen Vergleich zu ziehen mit einer Gegend, in der es gar keine Bala-Batas gibt. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass mit Hilfe der Bala-Bata-Schulen etwa dreimal so viele Kinder wie bisher einen Platz in einem staatlichen Internat erhalten. Die finanzielle Entlastung erhöht die Chancen, dass der Schulbesuch erfolgreich beendet wird.

      DOs, Bala-Bata-Kinder und Eltern haben gemeinsam dazu beigetragen, dass aus den Bala-Bata-Schulen in Andhra Pradesh eine landesweite Bewegung geworden ist, die inzwischen auch auf andere Bundesländer übergreift. Im Dezember 2006 wurde bei einer Feier durch Sri. Rameshwar Thakur, den Governor (Regierungspräsident) von Andhra Pradesh das nationale Bala-Bata-Programm eröffnet, d.h. das Bala-Bata-Konzept wird auch in anderen indischen Bundesstaaten eingeführt, zunächst in Maharashtra, Karnataka, Orissa und Jharkhand mit je 20 Bala-Bata-Schulen. CARDS arbeitet dabei mit örtlichen Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) zusammen, die die jeweilige Landessprache beherrschen.

      Die Organisation der Bala-Bata-Schulen erfordert ein hohes Maß an Organisation, denn die DOs müssen auf ihre nicht einfache Aufgabe vorbereitet und auch in entlegenen Dörfern betreut werden. Die Betreuung der DOs wird durch 13 Distrikt-Leiter (DCOs) und 31 Regional-Leiter (RCOs) gewährleistet. Bei monatlichen Treffen besprechen die DCOs und RCOs Probleme und neue Ideen.

      3x im Monat am Samstag finden Trainingscamps für die DOs statt, die von 3 DCOs organisiert werden, die auch in den 11 Distrikten zu den Internats-Schulen zu reisen und kulturelle Aktivitäten und Training für die dortigen Schüler zu veranstalten.

      Die D.O.s haben nach bestandener 10. Klasse die Möglichkeit, ein CARDS Vocational College zu besuchen.

      Die Finanzierung der 1.000 Bala-Bata-Schulen ist derzeit durch Spenden der Betty Huber Stiftung gesichert. In vielen weiteren Dörfern warten jedoch schon Jungen und Mädchen darauf, dass auch bei ihnen eine Bala-Bata-Schule gegründet wird. Daher werden weitere Unterstützer für die Bala-Bata-Schulen gesucht. 85 € im Jahr sichern den Unterhalt einer Bala-Bata-Schule: Honorar für Lehrer, Lehrer-Training, Betreuung durch CARDS, Unterrichtsmaterial, Prüfungsvorbereitung.

      Mit 85 € kann die Schulausbildung von 40 Kindern ermöglicht werden. Für 20€ kann eine Grundausstattung an Unterrichtsmaterial angeschafft werden. 40 € decken zusätzlich die Trainingskosten der Lehrer.Die Bala-Bata-Bewegung zieht immer weitere Kreise. Dazu trägt auch der Bala-Bata-Newsletter bei, der einmal monatlich an die DOs verteilt wird, die schon mit Spannung darauf warten. Sie bekommen darin neue Anregungen für ihren Unterricht. Die Beiträge im Newsletter werden vorgelesen und besprochen. Auch gesellschaftliche und geschichtlich relevante Themen werden aufgegriffen. So gibt es beispielsweise eine Fortsetzungsreihe zu Dr. B.R. Ambedkar. Den Leitartikel schreibt Ranjan Babu, der den Newsletter betreut und herausgibt.

      Für die DOs und SchülerInnen ist der Bala-Bata-Newsletter ein Forum, in dem auch sie selbst zu Wort kommen, auch Eltern haben die Möglichkeit ihre Meinung zu äußern. Die jungen Dalits werden dadurch angeregt, sich Gedanken über ihre eigene Situation zu machen, werden in die Diskussion eingebunden und dazu angeregt, Verantwortung zu übernehmen.

      Hier ein kleiner Auszug aus dem Bala-Bata-Newsletter vom Januar 2007

       
      Sample Image

      DIE ZUKUNFT DER NATION
      HÄNGT VON DER BILDUNG DER KINDER AB

       Eindrücke und Beobachtungen
      der Development Organizers
       

      Ich gebe Dalitkindern, die an den staatlichen Schulen in der 5. Klasse sind ein spezielles Training. Ich tue das, um ihnen zu helfen, später an einer staatlichen Residential School zugelassen zu werden. Zusätzlich zu der Nachhilfe habe ich mit ihnen um die Schule einen Küchengarten angelegt. Meine Schüler passen immer gut auf und freuen sich, dass sie sich um Pflanzen kümmern, die später Früchte tragen.                       
                                                                                                  J. Ramaswami, Rajanagar Colony, Tadicherla.

      Mein Schüler Abbaiah war völlig ungebildet, bevor er zu uns in die Bala-Bata kam. Wir haben ihm das Alphabet, Zahlen, Addieren, Subtrahieren und Multiplizieren beigebracht. Das Einmaleins von 1 - 10 kann er jetzt auswendig. Seine Eltern sind glücklich, über die Fortschritte, die er in der Bala-Bata-Schule macht. Ich benutze verschiedene Methoden um meine Kinder auszubilden und zu schulen.

      1. Spiele: die Kinder sind bei der Sache und entwickeln einen gewissen Wettbewerbsgeist.

      2. Ich bringe Ihnen bei, wie man einen Küchengarten in der Nähe ihres Hauses anlegt und pflegt. Es hilft ihnen auf zwei Arten. Sie können frisches Gemüse für den eigenen Bedarf anbauen und den Überschuss günstiger als die üblichen Verkäufer an die anderen Mitglieder der Gemeinde verkaufen.

      3. Sparen: die Kinder bringen jeden Tag eine handvoll Reis in die Schule mit und lagern sie bei den DOs. Sie lernen, dass dieser Reis für die Alten, Kranken und Behinderten gedacht ist. Es bedeutet ihnen viel, den Bedürftigen und Kranken zu helfen.
                                                                                                                                     R. Kavitha, Gollapudi.

      In unseren Schulen lassen wir die Schüler, nach einer kleinen Einführung, an offenen Diskussion teilnehmen, so wird die Argumentationsführung verbessert und sie denken eigenständig über Themen nach. In unseren Bala-Bata Schulen wird die Persönlichkeitsbildung gefördert.              
                                                                                                                               R. Lakshmi, Masigundlapalli

      Mit dem Lehrmaterial, welches im Bala Bata Newsletter veröffentlicht wird, können wir konstruktiv denkende und logisch argumentierende Kinder ausbilden. Wir folgen den Richtlinien, die im Bala-Bata-Newsletter veröffentlicht werden systematisch und bekommen gute Ergebnisse.                                                                   B. Sri Sailam, Ekyulapalli, Zedcherla. 

      Ich lehre meine Schüler die Ziele, Pläne und Prinzipien von CARDS. Ich bringe ihnen bei, anderen zu helfen und mit ihnen zu teilen.       
                                                                                              
      K. Kurmaiah, Pakaligadda Tanda.

      Ich leite seit 4 Jahren eine Bala-Bata-Schule. Die Zahl der Schüler steigt jedes Jahr. Ich glaube, das kommt daher, dass die Eltern der Kinder die positiven Auswirkungen der Arbeit von CARDS sehen. Keine Organisation in unserer Region hat je versucht unsere Kinder auszubilden, außer CARDS.                                                 K. Mark, Damaracherla, Nalgonda.

      Die Bala-Bata-Schule, die hier gegründet wurde verbessert sich Tag für Tag. Meine Fünftklässler bereiten sich darauf vor den Aufnahmetest für die staatliche Residential School zu bestehen. Ich bin zuversichtlich, dass der Großteil der Schüler in den Genuss einer kostenlosen, guten Schulbildung kommt.                             P. Nagalakshmi, Nalgonda. 

      Ich bin sehr froh, dass der Balba-Bata-Newsletter mit den Richtlinien und Aufgabenblätter regelmäßig herauskommt. Ich baue die Unterrichtsstunden aufeinander auf und schreibe am Wochenende Tests mit den Kindern, um sicherzugehen, dass sie schweren Aufnahmetests bestehen.                                                              R. Krishnam Raju, Bothalpalem, Nalgonda.


      Bala-Bata-Schüler (5.Klasse) berichten

      Wir nehmen regelmäßig am Bala-Bata-Unterricht teil. Morgens und abends. Jetzt bin ich sicher, dass wir für die 6. Klasse der Residential School zugelassen  werden.
                                                                                                                                       E. Sujatha

      Ich gehe regelmäßig zur Bala-Bata in unserem Dorf. Meine Eltern wollen, dass ich gut angezogen und sauber zur Bala-Bata-Schule gehe. Wir lernen nicht nur akademische Dinge, sondern auch Singen, Malen und Spielen. Das macht den Unterricht interessant. Ich bin sicher, dass ich für die 6. Klasse der Residential School zugelassen werde.      
                                                                                                                                         S. Vinodh

      Wir sind sehr glücklich, dass wir auf die Bala-Bata-Schule gehen können. Unser Lehrer bereitet uns auf den Aufnahmetest für die 6. Klasse der Residential School vor. Wir danken dem Direktor P. Ranjan Babu und den anderen, die uns helfen.                           Santhi

      Ich komme jeden Tag. Ich fehle nie. Der Unterricht ist sehr interessant. Es ist einfach aufzupassen und am Unterricht teilzunehmen und es hilft einem die eigene Persönlichkeit zu entwickeln.                                                                                                     P. Sravani, Karapalli

      Ich lerne in der Bala-Bata-Schule, die von CARDS gegründet wurde. Wir lernen Lieder und Spiele und wie man einen Küchengarten anlegt. So können wir frisches Gemüse ernten, als Lohn unserer Arbeit. Wir lernen gesund zu leben und unsere Umwelt sauber zu halten. Ich bin sicher, dass ich es in die 6. Klasse der Residential School schaffe und ich möchte der Organisation CARDS dafür danken, dass sie sich um unsere Bildung kümmert.                                                                                                                                                        V. Ravinder

      Ich bin fast immer in der Bala-Bata. Ich bin sehr eifrig beim Singen, Spielen und Tanzen. Ich habe einen 1. Preis bekommen, bei den Wettbewerben in unserer Schule. Ich hoffe, dass ich den Test für die 6. Klasse der Residential School bestehe.                                                                                                                                                             R. Saidulu

      Ich nehme regelmäßig am Unterricht der Bala Bata Schule in unserem Dorf teil. Am 14. November haben wir den Geburtstag von Sri. Jawaharlal Nehru, dem ersten Premierminister des unabhängigen Indiens gefeiert. In dem Gesangswettbewerb wurde ich erster und bekam einen Preis und Applaus. Ich bin froh, dass ich mich in der Schule durch den Nachhilfeunterricht in der Bala-Bata verbessern konnte.                        P. Ramesh, Ghanpad

      Bala-Bata National Movement to Educate an Empower Dalit Children  - NEED

      Nationale Bala-Bata-Bewegung
      zur Bildung und Stärkung von Dalit-Kindern

      BALA HITA SCHULE - Schule für Kinderarbeiter

      Kinderarbeit ist überall auf der Welt Ausdruck extremer Armut. Der geringe Verdienst der Kinder ist für die Familien überlebensnotwendig. In Indien ist Kinderarbeit in vielen Bereichen verbreitet, wie z.B. in den Steinbrüchen und Kalkfabriken von Pidiguralla in Andhra Pradesh in Südindien. Weil die Kinder arbeiten müssen, können sie nicht zur Schule gehen. Weil sie nicht zur Schule gehen, haben sie keine Chance, der schweren und gefährlichen Arbeit zu entkommen. Im Steinbruch von Piduguralla hat CARDS das CRAC (Zentrum für Kinderrechte) gebaut und eine Schule für Kinderarbeiter gegründet - die Bala-Hita-Schule.

      Ehemalige Kinderarbeiter bekommen hier eine spezielle Förderung, können schulische Defizite abbauen und sich an einen regelmäßigen Schulbesuch gewöhnen. Sie werden damit auf den Besuch einer staatlichen Schule vorbereitet. In der Bala-Hita-Schule werden nicht nur die notwendigen Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt. Wichtig ist auch, dass sie lernen, gewaschen, ordentlich gekleidet und regelmäßig zum Unterricht zu kommen. Auch darin drückt sich die Aneignung der eigenen Menschenwürde aus: „Dalit is dignified“.
       

      Um den Eltern eine kleine Entschädigung dafür zu geben, dass ihr Kinder nicht mehr mitverdienen, bekommen sie für den Schulbesuch ihrer Kinder 100 Rs. monatlich. Außerdem erhalten die Kinder täglich eine warme Mahlzeit.

      Ziel der Bala Hita Schule ist es, die Kinder soweit zu fördern, dass sie eine staatliche Schule besuchen können, möglichst eine „Residential School“, in der die Dalit- und Adivasi-Kinder eine finanzielle Förderung durch den Staat erhalten.

      Seit 2007 werden Bala-Hita-Schulen auch von anderen NGOs (Nichtregierungs- Organisationen) betrieben. 

        

      CRAC - Child Rights Advocacy Centre

      Zentrum für Kinderrechte
      in Pidiguralla

        
       
      Für Nagamma und Rani ist der Schulbesuch keine Selbstverständlichkeit. Lesen, Schreiben und Rechnen lernen bringt für die ehemaligen Kinderarbeiter die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
      Lernen und Spielen - beides kommt im Alltag der Kinderarbeiter nicht vor. Bei Sport und Spiel auf dem Schulhof im CRAC fühlen sich die Kinder sichtlich wohl.

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       

       
      Im Hintergrund sieht man die Brennöfen der Kalkwerke.

       

        Jungen und Mädchen lernen gemeinsam in der Bala-Hita-Schule für Kinderarbeiter.

      Bei den Kinderarbeitern im Steinbruch

      Das Child Rights Advocacy Centre liegt im südindischen Piduguralla mitten in einem riesigen Steinbruch. Kilometerweit zieht sich eine Steinwüste, aus der die ca. 1.000 Türme der Brennöfen ragen. 

      Die Arbeitsbedingungen für die Frauen, und Männer sind vorsintflutlich. In hohem Maße sind sie Unfällen und dem gesundheitsschädlichen Staub ausgesetzt. 

       

       

      Im Steinbruch liegt alles unter einer dicken Staubschicht. Die Menschen leben und arbeiten mittendrin. Die Kinder wachsen im Staub auf. Lungen- und Hautkrankheiten sind weit verbreitet. 

      Die Kinder arbeiten schon ab etwa 8 Jahren.

       

      Die Mädchen und die jüngeren Kinder sammeln die Steine in die Körbe.

      Die älteren Jungen und die Frauen tragen die Körbe zu den Brennöfen, wo die Männer auf den Stufen eines Gerüstes stehen und die Körbe von einer Stufe zur nächsten nach oben reichen, wo die Steine schließlich in den Brennofen gekippt werden. 

       
         
         
      Aufgabe der Mädchen ist es auf die jüngeren Geschwister aufzupassen. Die Jungen klopfen mit dem Hammer große Steinbrocken klein.
       
         
       
       

       

      Studentinnen und Mitarbeiterinnen von CARDS reden mit Eltern der kinderarbeiter über die Unterstützung von CARDS in der Bala-Hita-Schule. Sie versuchen sie davon zu überzeugen, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

       

      Eine Mitarbeiterin von CARDS, im Gespräch mit Kanthamma, einer Kinderarbeiterin in den Steinbrüchen von Piduguralla.
       

      Das Schulsystem in Indien

      Primary School                          Klasse 1-5

      High School                               Klasse 6-10

      Junior College                           Klasse 11-12

      Degrees / Abschlüsse:              Bachelor of Arts and commerce           
                                                        13-15 Jahre
       

                                                        Master of Arts           
                                                        16-18 Jahre
           

      Es gibt 2 Arten von High School:     die "normale" High School

      die privilegierte „Residential School“

      Für letztere gibt es folgende Aufnahmevoraussetzungen, die alle erfüllt sein müssen:

      • Die Kinder müssen Dalits oder Tribals sein.
      • Die Eltern müssen Landarbeiter oder Tagelöhner sein.
      • Die Kinder müssen die 5. Klasse abgeschlossen haben, in einer staatlichen Schule in einer ländlichen Gegend.
      • Sie müssen die Aufnahmeprüfung zur 6. Klasse mit einem guten Ergebnis bestehen.

      Die „Residential Schools“ werden für Kinder von Dalits und Tribals vom Staat gefördert und betrieben. Die Kinder erhalten kostenlos Unterricht, Unterbringung und Verpflegung im Internat, zwei Paar Schuluniformen und Toilettenartikel. Wird ein Kind in diese Schule aufgenommen, ist der weitere Lebenslauf vorgezeichnet und die Eltern müssen sich keine Existenzsorgen mehr machen.

      Solange die Schüler bzw. Studenten die Prüfungen bestehen, können sie die gesamte Laufbahn bis zum höchsten Degree durchlaufen. Schüler, die die Aufnahmeprüfung nicht schaffen, können die normale örtliche High School besuchen, die ebenfalls kostenlos ist, wo aber z.B. Schuluniformen selbst gezahlt werden müssen. Vor einem halben Jahr wurde von CARDS ein Ausbildungsfonds begonnen. Die Eltern zahlen 10 Rupien pro Kind im Monat an CARDS. Das Geld wird nach dem 5. Schuljahr an die Eltern zurückgezahlt und wird hauptsächlich  zum Kauf der Schuluniform verwendet.

      Auswahl der Kinder für die „Residential School“

      Während des 5. Schuljahrs findet in größerem Abstand zweimal ein zweitägiges Training mit Prüfung statt. Danach gibt es jeweils im März ein zehntägiges Training und am Schluss eine staatl. Prüfung. Das Training erfolgt mit Lehrern von CARDS, das letzte Training mit staatl. Lehrern. CARDS arbeitet gut mit den staatl. Lehrern zusammen, die Interessen sind die gleichen.

      Im 4. Quartal 2002 wurden nach der ersten Prüfung 683 Kinder für die Zulassung zur „Residential School“ ausgewählt. Babu erwartet, dass sich diese Zahl bis zur Schlussprüfung auf ca. 300 reduziert und von diesen ca. 150-200 die Aufnahmeprüfung schaffen.

      fxh/14.02.03
      Monday the 20th. Hilfe zur Selbsthilfe e.V.
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