CARDS hat seinen Hauptsitz in Guntur, einer Stadt im 2014 neu gegründeten Bundesstaat Telangana (vorher Andhra Pradesh). Die Projekte von CARDS liegen hauptsächlich im Guntur-Distrikt. Aber auch in anderen Distrikten ist CARDs aktiv.

 

Homepage CARDS

 

 

Das Tsunami - Hilfsprogramm von CARDS

7.12.2004 - am Tag nach der Flutkatastrophe, die in ganz Südostasien schlimmste Schäden angerichtet hat - fuhren Mitarbeiter von CARDS in die betroffenen Gebiete. Dort liegen auch Dörfer, in denen CARDS arbeitet. Es bot sich ein grauenhaftes Bild von Tod und Zerstörung.

Auch bei uns in Deutschland war der Schock über die Katastrophe groß. Gleichzeitig war es eine Erleichterung, dass wir durch CARDS die Möglichkeit hatten, direkt zu helfen. So starteten wir gleich am 27.12.04 eine Spendenkampagne und riefen übers Internet und in der Presse zu Spenden auf.

Dadurch war es uns möglich CARDS bei der Soforthilfe zu unterstützen. Auch bei der Durchführung der langfristig geplanten Maßnahmen werden wir  weiterhin mithelfen.

1. Soforthilfe                                                     

2. Mittelfristige Hilfe – Einkommenssichernde Maßnahmen

3. Langfristige Wiederaufbauhilfe

 

1. Soforthilfe zur Linderung der ersten und schlimmsten Not.

  • Nahrung, die eine schnelle Zubereitung ohne großen Kochaufwand ermöglicht
  • eine einfache Kochausstattung um Nahrung zuzubereiten
  • Trinkwasser
  • Kleidung und Decken.  

 

Vom ersten Tag an war CARDS vor Ort und hat Hilfsgüter verteilt, oft bis spät in die Nacht.Mitglieder des Vereins waren bei den Hilfsaktionen dabei. 

 
 

 

Die Hilfsmaßnahmen erfordern eine umfassende Organisation.

Mitarbeiter von CARDS erfassen die Schäden und stellen den Bedarf fest.

 Anhand offizieller Einwohnerlisten wurden von CARDS Coupons verteilt, die dann bei der Übergabe der Haushalts-Sets abgegeben werden mussten. 

 

Für 90% der Betroffenen ist das Meer die einzige Lebensgrundlage.

 

2. Mittelfristige Hilfe -  Einkommenssichernde Maßnahmen

  • Beschaffung von Fischernetzen.

  • Ohne diese wirtschaftliche Grundlage und Einkommensquelle ist kein einigermaßen unabhängiges Überleben möglich.

  • CARDS hat damit begonnen zunächst 150 Familien mit neuen Netzen zu versorgen und mit Material zum Flicken der Netze, die das Meer nicht weggespült hat.

3.  Langfristige Wiederaufbauhilfe

  • Das Hausbauprogramm

Die Menschen, die durch die Tsunamiwelle obdachlos geworden sind, sollen beim Neubau ihrer Häuser unterstützt werden.

CARDS beteiligt sich an einem Regierungsprogramm und übernimmt die Organisation beim Bau von 295 festen Häusern in Denavayipet im Bezirk Bapatla.

Die gesamten Kosten für den Bau eines Hauses betragen 50.000 Rs. (ca. 900 €.). Davon trägt der indische Staat 40.000 Rs. (ca. 720 €). 10.000 Rs. (ca. 180 €) muss CARDS selbst aufbringen. Dabei wollen wir CARDS unterstützen.

  • Gemeindezentren/Schutzgebäude 

In 10 Dörfern sollen “community halls” errichtet werden.

- Als Treffpunkt und Versammlungsort für die Gemeinde,
- Schutzraum bei Wirbelstürmen, Flutwellen oder anderen Katastrophen,
- Informations- und Schulungszentrum für die Fischer.
- Mit einem kleinen Gesundheitsposten ('health centre')

  • Bildungsprogramme

- um die Chancen der jungen Dalits zu erhöhen.
- Bala-Bata-Nachhilfeschulen
- Einbeziehung der jungen Dalits in das
Ausbildungsprogramm
  (Colleges und Berufsfachschulen)

 

 CARDS organisiert und koordiniert mit staatlicher Unterstützung ein Hausbauprogramm. Die neuen Häuser sollen stabiler werden als die Hütten und besseren Schutz bieten. 

In den aufgeführten Dörfern konnten betroffene Familien mit Soforthilfe unterstützt werden. 

Tsunami Relief Programme in Prakasam District
Tsunami-Hilfe im Bezirk Prakasam

  • Prakasam District, Cherala: 148 Familien, 648 Personen

Tsunami Relief Programme in Krishna District
Tsunami-Hilfe im Bezirk Krishna

  • Pedakanur: 838 Familien, 3.510 Personen
  • Surangapalem Dibballu: 87 Familien, 359 Personen
  • Krishna: 371 Familien, 1.537 Personen
  • Sanjeevaiah Nagar, Madhyataragathi: 13 Familien, 73 Personen
  • Ethamukkala: 100 Familien, 477 Personen
  • Yenadi Colony, Ethamukkalla: 155 Familien, 552 Personen

Summe: 1.564 Familien, 6.508 Personen

Tsunami Relief Programme in Guntur District
Tsunami-Hilfe im Bezirk Guntur

  • Harbour Area, Nizampattnam, Pellakarulu, Yenadi Colony: 45 Familien, 203 Personen
  • Pamarthi, Yenadi Colony: 32 Familien, 116 Personen
  • Yenadi Colony, Nizampattnam: 23 Familien, 101 Personen
  • S.C. Colony, Adavula Deevi, Nizampattnam: 106 Familien, 308 Personen
  • Sangham, Yenadi Colony (Repalle Rural Mandal)Mallagunta Sangam: 25 Familien, 87 Personen
  • Kothapalem, Yenadi Colony: 6 Familien, 22 Personen
  • S.T. Colony, Yenadi Sangham, Adavuladeevi : 36 Familien, 119 Personen 
  • Rajupalem, yenadi Colony, Ethamukala: 39 Familien, 117 Personen 
  • Adavipallipalem, Danavaipet Nakshtra Nagar, Nirupadalu: 14 Familien, 68 Personen 
  • Sanjeevaiah Nagar, Nirupedalu: 11 Familien, 44 Personen 
  • Nakshtra Nagar, Madyataragathi: 6 Familien, 22 Personen 
  • Nakshtra Nagar, Nirupedalu: 419 Familien, 1.643 Personen 

Summe: 762 Familien, 2.922 Personen

Bildung und Ausbildung eröffnen neue Wege für die Dalits

CARDS betreibt inzwischen 4 Colleges:

In allen Colleges werden verschiedene berufliche Ausbildungsgänge (Vocational Colleges) eingerichtet mit einem Schwerpunkt in der Frauen-Förderung (Women Empowerment), z.B. Gesundheitsberatung, MTA, Physiotherapie. Die "Vocational Colleges" sind in etwa mit einer Berufsfachschule vergleichbar.  Die Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin, Physiotherapeutin, Krankenpflegerin oder Hebamme dauert 2 Jahre. 

Jedes Jahr werden 200 Studentinnen aufgenommen. Beginn war 2004 mit 200 Studentinnen.

Vocational Colleges

Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachleuten ist groß, die Berufsaussichten für diese Bereiche sind dementsprechend gut. Mit der stärker praxis- und berufsorientiert ausgerichteten Ausbildung der "Vocational Colleges" orientiert sich CARDS an den Anforderungen des Arbeitsmarktes. CARDS hat besonderen Wert darauf gelegt, dass die jungen Männer und insbesondere auch die Frauen sich nach der Ausbildung auch selbständig machen können.

Ausbildung ist das Fundament einer gesicherten Existenz

Durch eine bessere Ausbildung haben die jungen Dalits 3-fachen Nutzen

1.  Nutzen für den einzelnen jungen Menschen

  • Sicherung der Lebensgrundlage, 
  • Unabhängigkeit von Kastenzwängen und vom traditionellen Familienberuf. 
  • Selbstbestimmtes Leben

2. Nutzen für die Familie, vor allem für die Kinder

  • Sicheres Familieneinkommen verhindert Kinderarbeit.

3. Nutzen für die Dalit-Gemeinschaft

  • Bessere Gesundheitsversorgung, z.B. durch ausgebildete Dalit-Hebammen
  • Verbesserte Ausbildung der Frauen fördert die Weiterentwicklung der Dörfer in Hinsicht auf:
  • Gesundheitsvorsorge (HIV/AIDS), 
    Hygiene und Ernährung (Anlegen von Küchengärten)

Für die Ausbildung einer Studentin
entstehen Kosten in Höhe von:

120 € für 2 Jahre
60 € für 1 Jahr

für die Ausstattung der Praktikumsplätze, (z.B. Labor), für Kurse,
Workshops und Verwaltung.

 

für 5 € können die Kosten
eines Ausbildungsplatzes für einen Monat gedeckt werden

Helfen Sie mit, jungen Dalit-Frauen

eine Zukunft zu geben.

Sichern Sie mit Ihrer Spende

einen Studienplatz

Die Finanzierung der Unterbringung, Verpflegung und Lehrergehälter
übernimmt der indische Staat.

Kind

 

 

Besondere Freude bereitet den Studentinnen die Arbeit mit Kindern. Hier erhalten Studentinnen des Krankenpflegekurses eine praktische Unterweisung im CARDS Urban Health Center (Gesundheitszentrum) in einem Slum in Guntur.

Mikroskop2

 

 

 

Studentinnen des Physiotherapie-Kurses werden in der Anwendung von Geräten zur Physiotherapie und Elektrotherapie unterwiesen.

 

 

Futrainer

 

PHOTO 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit der Gründung von CARDS ist das College in Deenapur und später alle anderen Colleges ein wichtiges Standbein. Bildung und Wissen sind die Grundlage für Veränderungen, die mit Hilfe der Studentinnen und Studenten in den Dörfern bewirkt werden können. Nur durch das Engagement von vielen gut ausgebildeten und motivierten jungen Dalits konnte CARDS eine tragfähige und effektive Organisation werden, in der die Visionen von P.Ranjan Babu und Swarnalatha Devi zum Nutzen vieler Dalit-Familien umgesetzt werden können.   

Für "Partnerschaft in der Einen Welt - Hilfe zur Selbsthilfe" ist dies ein Grund, bei Spendenaktionen immer wieder dafür zu sorgen, dass die Colleges als Basis für alle anderen Maßnahmen weiterarbeiten können. Auch die schnelle Hilfe nach der verheerenden Flutkatastrophe war nur möglich, weil CARDS die aufgebauten Strukturen nutzen konnte. Die aktuelle Spendenaktion 2005 war daher für den Aufbau der "Vocational Colleges" bestimmt.

Rural Christian Junior College -  Rural Christian Junior Vocational College

RCJC20JahreDas "Rural Christian Junior College" in Deenapur hatte im Dezember 04 sein 20. Jubiläum. Anfang 2005 wurde das gebührend gefeiert. Über 3.000 ehemalige Schüler waren eingeladen. Auch Arnold Paulus, der Ehrenvorsitzende unseres Vereins nahm mit seiner Frau Gertrud Paulus und anderen Vereinsmitgliedern an den Feierlichkeiten teil.

RCJC20Jahre1

 

Im Jahre 1984 wurde das »Rural Christian Junior College« in Deenapur mit 14 Studenten eröffnet. Heute leben und lernen auf diesem Campus rund 600 Menschen.

 

 

In zweijährigen Kursen erhalten junge Dalits mit dem Abschluss einer 10. Klasse eine weiterführende, allgemeine Schulausbildung und gleichzeitig eine Ausbildung in den Methoden und Techniken für ländliche Entwicklungsarbeit. Hierfür sind die Studenten und Studentinnen (ca. 1/3 sind junge Frauen) in fünf Arbeitsgruppen aufgeteilt:

  • Bildung
  • Sport
  • Kultur
  • Gesundheit
  • Soziale Aktionen

Jede Gruppe arbeitet unter Anleitung der Lehrer, die gleichzeitig CARDS-Mitarbeiter sind, auf ihrem Gebiet praktisch in den umliegenden Dörfern. Das Team für kulturelle Aktionen führt z. B. gesellschaftskritische Szenenspiele auf, während jedes einzelne Mitglied des Bildungsteams eine/n Bewohner/in ihres Dorfes.

StudentenDas Team für kulturelle Aktionen führt z. B. Tänze, Lieder und gesellschaftskritische Szenenspiele auf, in denen die Situation der Dalits aufgegriffen wird. Die Theaterstücke klären über Rechte auf und ermuntern die Eltern, ihre Kinder in die Bala Batas zu schicken.

Für Aufklärung über Hygiene, Babypflege und Anleitung zur Anwendung von Heilkräutern und sonstige Gesundheitsfragen ist das Team für Gesundheit zuständig. Durch die Arbeit in diesen Gruppen weckt das College das soziale Engagement der Studenten mit dem Erfolg, dass viele StudentInnen nach Abschluss des Colleges in ihrem Heimatdorf als Lehrer und Sozialarbeiter in Zusammenarbeit mit CARDS und den Dorfbewohnern die Situation im Dorf verändern. So breitet sich die Idee von CARDS der Hilfe zur Selbsthilfe nach dem Domino-Stein-Effekt aus.

Die Auswahl der Schüler für die Colleges erfolgt nach ihrer Herkunft und Motivation, nicht nach Noten. Bevorzugt werden Schüler aus armen Dalit-Familien, abgelegenen Dörfern und mit schlechten Noten - also solche, die an anderen staatlichen oder kirchlichen Schulen keine Chance hätten.

Der Standort des Colleges in Deenapur, ca. 20 km von Guntur entfernt, inmitten eines rein landwirtschaftlich orientierten Gebietes, soll dazu beitragen, dass Schüler aus den Dörfern die Chance einer Aus- und Weiterbildung bekommen. Die Landflucht der jungen Leute, auch in Indien ein großes Problem, wird damit etwas verringert. Das bisher stark unterentwickelte Gebiet bekommt durch die Arbeit der Collegestudenten einen bedeutenden Entwicklungsschub.

Fast alle Schüler aus armen Familien bekommen ein Stipendium, da sie ansonsten keine Ausbildung erhalten könnten. Sie haben auch die Möglichkeit eines Zuverdienstes, indem sie verschiedene notwendige Arbeiten, wie z. B. im Gemüsegarten, in der Wäscherei oder beim Bau neuer Gebäude fürs College übernehmen und dafür von CARDS bezahlt werden.

Für die Erweiterung des "Rural Christian Junior Colleges" in Deenapur durch die Berufsausbildungszweige wurden die 5 Schulgebäude um jeweils ein Stockwerk erweitert. Beim Besuch einer Gruppe aus Deutschland zum Jahreswechsel 2003/2004 wurden die neuen Collegeräume mit viel Musik eingeweiht.

Ende 2003 begann mit 50 StudentInnen dort der neue Berufsausbildungsbereich mit den Fachbereichen Labortechnik, Physiotherapie und Krankenpflege.
CollegeStud

 

Seit Beginn des neuen Angebots steht CARDS einem überwältigenden Ansturm auf diese Studienplätze gegenüber. Vor allem das Interesse bei Frauen ist sehr groß. 

 

 

Christian Womens' Junior College mit Vocational Junior College

Studentinnen-WEDSSpeziell für junge Dalit-Frauen wurde 1992 in Guntur ein Studentinnenwohnheim errichtet, in dem 120 junge Frauen untergebracht werden können. Angeschlossen ist das »Christian Womens' Junior College«, das diesen Mädchen und weiteren 60 externen Schülerinnen, die Möglichkeit einer Ausbildung bietet.

 

Der Besuch des "Christian Womens' Junior College" eröffnet den jungen Dalit-Frauen Chancen und Wege, die ihnen aufgrund ihrer Herkunft verschlossen waren.

Der Besuch des "Christian Womens' Junior College" eröffnet den jungen Dalit-Frauen Chancen und Wege, die ihnen aufgrund ihrer Herkunft verschlossen waren.

Development process is strengtehend

- only when women are involved

Die Beteiligung der Frauen bringt die Entwicklung voran

- ohne Frauen läuft nichts

Die Einrichtung des "Christian Womens' Junior College" zeigt die Wertschätzung der Frauen durch CARDS und die Einschätzung ihrer Bedeutung für die Verbesserung der Lebensumstände der Dalits. Die Erfahrung in der Dorfentwicklungsarbeit hat gezeigt, dass nur dort wo es gelang die Frauen zu aktivieren, die Arbeit vorankam und positive Veränderungen möglich waren.

Mütter waren die ersten, die begriffen, wie wichtig es ist, die Kinder auf die Schule zu schicken - Frauen ließen sich für die Idee der Spargruppen gewinnen und engagierten sich in den Thriftgruppen für die Verbesserung der eigenen Lage und dem gleichzeitigen Aufbau einer solidarischen Gemeinschaft.

Im "Christian Womens' Junior College" erhalten die jungen Frauen eine Ausbildung, die ihnen ganz persönlich für ihren eigenen Lebensweg von Nutzen ist, gleichzeitig wird das große Potential der Frauen für die gesellschaftliche Entwicklung erschlossen.

Erfahrungen von StudentInnen an CARDS Colleges

»Bevor ich ins CARDS College kam, hatte ich eine Menge Kastengefühle. Aber jetzt verstehe ich, dass wir alle gleich sind und dass alle meine Brüder und Schwestern sind.« Showri Reddy

»Das CARDS College ist ein Tempel für Dalits. Dieses College arbeitet nach den Prinzipien von sozialer Gerechtigkeit und unterstützt die Dalits.«  P. John Suri Babu

»Die täglichen Andachten im College geben Hindus, Moslems und Christen gleichermaßen Gelegenheit, ihren Glauben mitzuteilen. Dies ist eine sehr schöne Übung. Wir können uns viel besser dabei kennenlernen.«  Amarnath 

»Bevor ich ins CARDS College kam, wusste ich nichts über die Übel des Kastensystems. Jetzt verstehe ich die Probleme unserer Gesellschaft und ich werde für die Entwicklung der Dalits arbeiten.«    Sri Devi

»Am Anfang befürchtete ich eine dunkle Zukunft, wenn ich ins CARDS College gehe. Nach 3 Monaten hatte ich schon viel von meinen Lehrern gelernt. Ich habe eine gute Ausbildung und gutes Benehmen beigebracht bekommen.«  D. Mallikarjun

»Die Lehrer zeigen uns Liebe und Gefühle wie bei mir zuhause.«   V. Srinivasa Rao

»Für Studenten, die aus ländlichen Gebieten kommen, ist es sinnvoll, dass es ein ländliches College ist.«  Lurthamma

»Im Gegensatz zu den Lehrern in anderen Colleges versuchen unsere Lehrer, die Unterschiede zwischen den Armen und den Reichen zu verringern. Dieses College bietet eine Chance für die ländlichen Studenten und ermutigt sie, sich in ihrem Beruf zu entwickeln...«  Sujatha

Child is an instrument of social change          

Kinder sind der Schlüssel zum sozialen Wandel 


In einer durchschnittlichen Dalit-Familie leben Heute 3 Generationen

06-OpaEnkelGroßeltern 

aufgewachsen während der Zeit der britischen Kolonialherrschaft.

Viele Dalits dieser Generation schätzten die politischen und wirtschaftlichen Umstände dieser Periode.

Die Preise für Grundnahrungsmittel waren niedriger, die Korruption weniger verbreitet.

Eltern

Sie erlebten den Sieg über die Kolonialherren.

Nach dem Abzug der Briten gewannen die Großgrundbesitzer (landlords) an ökonomischer und politischer Macht.

Der Kampf der Dalit-Eltern gilt der Befreiung aus der Abhängigkeit und Unterdrückung durch die Landlords.

Kinder

Für die Kinder aus diesen Familien ist der Kampf ihrer Eltern noch nicht gewonnen, ihre Zukunft ist unsicher. Der Grundstein für ihre Zukunft muss jetzt gelegt werden.

Auf die Generation dieser Kinder,
auf ihre Ausbildung für eine bessere Zukunft
gründen sich Heute die Hoffnungen der Dalit-Bewegung.

-

"Fürchtet euch nicht vor schlechten Bedingungen - die Hauptsache ist, dass die Kinder lernen wollen!“  P. R. Babu
 
 

height="187"Die Aussicht, überhaupt eine Schule besuchen und auch abschließen zu können ist gering für die Dalit- und Tribal-Kinder in den abgelegenen Dörfern, in den Slums der Großstädte oder in den Kalksteinbrüchen.

der Armut durch Schulbildung und Berufsausbildung für die Kinder der Dalits und Adivasi ist das Ziel von CARDS.
 
In den staatlichen Schulen werden Dalit-Kinder, vor allem die Mädchen  benachteiligt. Die Zahl der Schulabbrecher ist groß. Die Ausstattung der Schulen ist schlecht. Es mangelt an Räumen und Unterrichtsmaterial. Weitaus wichtiger jedoch ist der Glaube der Eltern, dass der Schulbesuch der Kinder tatsächlich zu einer Verbesserung der eigenen Situation und der Zukunftsaussichten  führen kann.
 

Culture In den vergangenen 30 Jahren hat CARDS mit seinen „Cultural Teams“ kontinuierlich daran gearbeitet, konkrete Hoffnungen zu wecken, dass Veränderungen möglich sind. Durch Lieder, Tänze, Trommeln und body theatre wurde das Verständnis der Dalits für ihre ungerechte und menschenunwürdige Behandlung durch das Kastensystem geweckt und ihr Selbstbewusstsein gestärkt.

Vor allem Frauen und Mütter tragen dazu bei, dass sich etwas ändert und nutzen die Chance, die CARDS ihnen bietet.

 

Das Schulsystem in Indien

Primary School                          Klasse 1-5

High School                               Klasse 6-10

Junior College                           Klasse 11-12

Degrees / Abschlüsse:              Bachelor of Arts and commerce           
                                                  13-15 Jahre
 

                                                  Master of Arts           
                                                  16-18 Jahre
     

Es gibt 2 Arten von High School:    

  • die "normale" High School
  • die privilegierte „Residential School“

Für letztere gibt es folgende Aufnahmevoraussetzungen, die alle erfüllt sein müssen:

  • Die Kinder müssen Dalits oder Tribals sein.
  • Die Eltern müssen Landarbeiter oder Tagelöhner sein.
  • Die Kinder müssen die 5. Klasse abgeschlossen haben, in einer staatlichen Schule in einer ländlichen Gegend.
  • Sie müssen die Aufnahmeprüfung zur 6. Klasse mit einem guten Ergebnis bestehen.

Die „Residential Schools“ werden für Kinder von Dalits und Tribals vom Staat gefördert und betrieben. Die Kinder erhalten kostenlos Unterricht, Unterbringung und Verpflegung im Internat, zwei Paar Schuluniformen und Toilettenartikel. Wird ein Kind in diese Schule aufgenommen, ist der weitere Lebenslauf vorgezeichnet und die Eltern müssen sich keine Existenzsorgen mehr machen.

Solange die Schüler bzw. Studenten die Prüfungen bestehen, können sie die gesamte Laufbahn bis zum höchsten Degree durchlaufen. Schüler, die die Aufnahmeprüfung nicht schaffen, können die normale örtliche High School besuchen, die ebenfalls kostenlos ist, wo aber z.B. Schuluniformen selbst gezahlt werden müssen. Vor einem halben Jahr wurde von CARDS ein Ausbildungsfonds begonnen. Die Eltern zahlen 10 Rupien pro Kind im Monat an CARDS. Das Geld wird nach dem 5. Schuljahr an die Eltern zurückgezahlt und wird hauptsächlich  zum Kauf der Schuluniform verwendet.

Auswahl der Kinder für die „Residential School“

Während des 5. Schuljahrs findet in größerem Abstand zweimal ein zweitägiges Training mit Prüfung statt. Danach gibt es jeweils im März ein zehntägiges Training und am Schluss eine staatl. Prüfung. Das Training erfolgt mit Lehrern von CARDS, das letzte Training mit staatl. Lehrern. CARDS arbeitet gut mit den staatl. Lehrern zusammen, die Interessen sind die gleichen.

Im 4. Quartal 2002 wurden nach der ersten Prüfung 683 Kinder für die Zulassung zur „Residential School“ ausgewählt. Babu erwartet, dass sich diese Zahl bis zur Schlussprüfung auf ca. 300 reduziert und von diesen ca. 150-200 die Aufnahmeprüfung schaffen.

fxh/14.02.03

Vision2020

Where there is no vision people perish - where there is a vision people flourish

Ohne Visionen geht die Menschheit unter - Mit einer Vision blühen Menschen auf


Gesellschaftliche Umbrüche und die schnell voranschreitende Technisierung in Indien führen dazu, dass es für die Dalits oft nicht einmal mehr die schlecht bezahlten Jobs und Tagelohnarbeit  im Straßenbau, im Steinbruch und in der Landwirtschaft gibt, durch die sich die Dalits bisher über Wasser halten können.

Diesen düsteren Zukunftsaussichten für die heranwachsende Generation setzt CARDS mit der VISION 2020 konkrete Hoffnungs-Zeichen entgegen.

Die VISION 2020 möchte bis zum Jahr 2020 durch ein nachhaltiges Einkommensprogramm eine Entwicklung in Gang setzen, an dem 42.420 Dalit-Familien in 420 Dörfern teilhaben können.

Die VISION 2020 setzt durch Kreditvergabe, Rückzahlung und weitere Vergabe ein positives Schneeball-System in Gang. Dadurch wird die kontinuierliche Einbeziehung einer so großen Zahl von Familien möglich.

CARDS hat sich mit der Vision 2020 zum Ziel gesetzt bis zum Jahr 2020 weitere 2020 Dalit-Frauen durch Kleinkredite in die Lage zu versetzen, sich eine Lebensgrundlage zu schaffen.

Zur Bewältigung dieser großen Aufgabe wurden von unseren Spendern 2020 x 200 DM (100 €) als Startkapital für eine Dalit-Familie gespendet.

CARDS hat sich mit der Vision 2020 zum Ziel gesetzt bis zum Jahr 2020 weitere 2020 Dalit-Frauen durch Kleinkredite in die Lage zu versetzen, sich eine Lebensgrundlage zu schaffen.

Zur Bewältigung dieser großen Aufgabe wurden von unseren Spendern 2020 x 200 DM (100 €) als Startkapital für eine Dalit-Familie gespendet.

Eine Wasserbüffelkuh als Hoffnungsträger

Bffel


Der Preis für eine Milchkuh beträgt 100 €. Für ihren Kredit kann sich eine Frau eine Wasserbüffelkuh kaufen.




Das bedeutet für die Familie:

  • gesündere Ernährung durch die Milch. Für viele Dalit-Familien bisher ein unerschwinglicher Luxus.
  • Einkommen durch den Verkauf der Milch.
  • weitere Einkommensmöglichkeiten durch Aufzucht eines Kalbs.
  • die Kinder müssen nicht mehr arbeiten, sondern können zur Schule gehen.

Der Erwerb einer Wasserbüffelkuh ist somit ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Familieneinkommens.

Der Milchverkauf macht es möglich, den Kredit (+ 2 % Zins monatlich) in 10 Monatsraten zurückzuzahlen. Nach 10 Monaten kann der Betrag von 100 € an eine andere Frau weitergegeben werden.

Eine Spende von 100 € vervielfältigt sich bis zum Jahr 2020

1 x 100 € kommen bis dahin 20 Familien zugute.

2020 Dalitfrauen erhalten je einen Kleinkredit von 100 € zum Kauf einer Milchkuh oder zur Gründung eines anderen Geschäfts, den sie mit 2 % Zins im Monat innerhalb von 10 Monaten zurückzahlen. Nach der Tilgung des Darlehens werden die 100 € an die nächste Frau weitergegeben. Bis zum Jahr 2020 werden an dem sogenannten Income Generating Programm (nachhaltigen Einkommensprogramm) 42.420 Dalitfrauen beteiligt sein.

Die VISION 2020 und ihre Auswirkungen auf das Dalitdorf

Bei der VISION 2020 handelt es sich jedoch nicht nur um ein Kreditprogramm. Durch die Zusammenarbeit der Frauen in den Spargruppen wird das Verständnis und der Einsatz für kommunale Belange und Gemeinschaftsaufgaben gefördert. Die Zinserträge werden z.B. auch zur Förderung der dörflichen Infrastruktur eingesetzt, wie z. B. Gesundheits- und Bildungszentren, Umweltschutzprogramme, Gründung von Jugendgruppen und Lebensmittelkooperativen.

100 € Spende für den Kauf einer Milchkuh

wird somit der Beginn für die nachhaltige Entwicklung einer ganzen Region

In den beteiligten Dörfern hat CARDS mit der Umsetzung der folgenden familienübergreifenden Maßnahmen begonnen:

  • Befreiung aus Kinderarbeit: Für 90.000 Kinder wird der Schulbesuch ermöglicht
  • Alphabetisierungs-Kurse Einrichtung von Erwachsenenbildungszentren, in denen Analphabeten lesen und schreiben lernen.
  • Aufbau von Gesundheitszentren, in denen Dalits mit der Kräuterheilkunde vertraut gemacht werden.
  • Maßnahmen zum Umweltbewusstsein: Schulung von 40.000 Familien in umweltbewusstem Verhalten, wie z.B. Pflanzung von Bäumen, Einrichtung von Biogas-Anlagen und rauchlosen Herden, die die Heizenergie besser verwerten,
  • Verbesserung der Hygiene: Errichtung von Toiletten und Abwasserkanälen.
  • Verbesserung der Ernährung: Anlage von 42.000 Gemüsegärten zur Selbstversorgung mit Obst und Gemüse.
  • Gründung von Jugendgruppen, die durch Aufführungen im Bereich Rollenspiele, Stocktanz und Gesang Bewusstseinsbildung in den Dörfern betreiben.
  • Gründung von Kooperativen, die die Dörfer mit den nötigen Nahrungsmitteln und Grundbedarfsgütern versorgen, damit die Dalit-Familien ihren täglichen Bedarf im eigenen Dorf decken können.
  • Aufbau eines solidarischen Bürgen-Systems zur Kreditabsicherung: Erstmals bleibt eine Familie nicht alleine, wenn sie den Kredit nicht fristgerecht zurückzahlen kann.

Die VISION 2020 Hoffnung für die Kinder der Dalits

Bis zum Jahr 2020 wächst eine neue Generation heran. Ohne Hilfe zur Selbsthilfe sind deren Zukunftsaussichten katastrophal.

Wenn die Mütter durch einen Kredit in die Lage versetzt werden, durch selbständige Arbeit ein ausreichendes Einkommen zu erwirtschaften, dann müssen die Kinder nicht mehr arbeiten, sondern können zur Schule gehen.

Bildung ist für die Kinder der Schlüssel zum Ausstieg aus dem Kreislauf der Armut und zur Verbesserung ihrer Zukunft.

Wie kann die Vision 2020 Wirklichkeit werden?

Um die VISION 2020 zu ermöglichen, hat der Verein „Partnerschaft in der Einen Welt – Hilfe zur Selbsthilfe e.V.“ Ende des Jahres 2000 - 2020 x 200 DM = 404.000 DM (z.T. kreditfinanziert) nach Indien überwiesen. Damit konnte der Prozess zur Verwirklichung der VISION 2020 Anfang des Jahres 2001 in Gang kommen.

Bis Ende 2002 konnten wir die Kredite, die zum Teil auch von Vereinsmitgliedern zur Verfügung gestellt wurden, zurückzahlen.

Grundlage der VISION 2020 sind die Frauenspargruppen (Thrift-groups), in denen sich jeweils bis zu 20 Frauen zusammenschließen, gemeinsam sparen und sich die angesparten Gelder gegenseitig als Kredit zu gewähren. Mit viel Erfolg hat CARDS in den Jahren vor Beginn der VISION 2020 bereits 2000 Gruppen gegründet und die Frauen geschult und beraten, die nun mit vielen verschiedenen kleinen Geschäften, Betrieben oder mit Kleinlandwirtschaft ihren Familienunterhalt verdienen können.

Die Anstrengungen der Frauen sind groß, aber die Nachfrage und der Bedarf ist noch weitaus größer. Durch die VISION 2020 können viele weitere Frauen einbezogen werden. Nun steht neben den eigenen Beiträgen der Frauen zusätzliches Geld zur Verfügung, das als Kredit vergeben werden kann.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von CARDS organisieren und betreuen die Arbeit der Thrift-groups. CARDS bildet die Teilnehmerinnen, insbesondere die Leiterinnen aus, organisiert workshops und Fortbildungen und kontrolliert die Bücher.

Betterplace

Bildungsspender

 

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 BLZ: 672 922 00
 BIC: GENODE61WIE

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