Bala Bata - Mütter - Kinder - Organisator/innen

Aus dem kalten Deutschland sind wir am 10.01.2017 im angenehm warmen Indien gelandet. Bei 20° bis 30° C kamen wir kaum ins Schwitzen. Für die Inder war es allerdings empfindlich kalt, vor allem abends haben sie sich warme Mützen über die Ohren gezogen und dicke Jacken angezogen, die Frauen hüllten sich in ihre Saris und Schals.

Nach einem Ruhetag zum Ankommen ist unsere erste Station am 12.01. ein Treffen in Tammadapalli mit Frauen aus einer Bala-Bata-Müttergruppe. 

Auf der Fahrt begleiten uns die Bilder und Geräusche des indischen Straßenverkehrs. Wir fahren vorbei an Frauen in leuchtenden Saris mit Kindern auf dem Arm. Am Straßenrand werden Kleider, Gemüse, Schuhe und alles was man so braucht zum Kauf angeboten, Zwiebeln, Orangen und andere Früchte sind zu Pyramiden aufgetürmt.


Wir verlassen die Stadt und kommen in eine ländlichere Gegend mit Baumwoll- und Tabakfeldern. Auf saftig grünen Reisfeldern stehen Reiher im Wasser. An den Straßenrändern entlang reiht sich Hütte an Hütte. Eine Frau steht auf dem Balkon und nimmt ein Hähnchen aus, die Reste wirft sie übers Geländer.

Bala Bata - Mütter-Treffen

Nach einer guten Stunde erreichen wir das Dorf und werden am Ortseingang schon mit Blumenkränzen erwartet. Eine Trommelgruppe geht uns voraus, Mädchen mit Stocktanzstöcken folgen ihnen. So geleiten sie uns zum Versammlungszelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dort sitzen bereits die Mütter der Bala-Bata-Kinder, Abordnungen aus 8 Dörfern, in denen es 11 Bala Batas gibt. Nach der Begrüßung durch Amarnath, der für die Bala Batas in ganz Telangana verantwortlich ist und uns begleitet, spricht der Bürgermeister und anschließend der Schulleiter der staatlichen Schule. Beide äußern sich sehr positiv über die Bala-Bata-Schulen. Der Schulleiter schickt seine Kinder selbst auch in die Bala Bata. Es ist ihm wichtig zu betonen, dass seine Tochter dort auch Disziplin gelernt hat. Er ist überzeugt, dass sie dadurch die Aufnahme in eine Residential School geschafft hat.

Danach melden sich die Mütter zu Wort. Eine Mutter erzählt, dass ihre Kinder durch die Bala Batas eine gute Bildung bekommen haben, ohne etwas bezahlen zu müssen. Eine andere Mutter, die auch als DO eine Bala Bata leitet, sagt: „Ich sorge nicht nur für meine eigenen Kinder, alle Bala-Bata-Kinder sind meine Kinder.“

 

Spontan kommt eine Frau ans Mikrophon. Sie berichtet, dass ihr inzwischen verstorbener Mann getrunken hat. Er hat sie und die Kinder geschlagen. Eine Gruppe von Bala-Bata-Müttern hat damals mit ihm geredet und sie haben erreicht, dass er damit aufgehört hat. Seit ihr Mann tot ist, muss sie für ihre Familie alleine sorgen. Das ist sehr schwer für sie, aber sie hat nicht aufgegeben, sie schickt ihre Kinder weiter zur Schule. Zwei Töchter besuchen jetzt die Residential School. Darüber ist sie sehr froh. Aus ihrem Dorf besuchen sechs Kinder die Residential School. Sie sagt es allen weiter, dass die Bala Batas eine gute Sache sind. Und sie tut alles dafür, dass ihr Dorf alkoholfrei wird. 

Auch einige Männer melden sich zu Wort und erzählen, dass sie sehr froh über die Bala Batas sind und dass ihre Kinder durch die Bala Batas in der Schule jetzt gute Leistungen bringen. Sie unterstützen die Bala Batas, so gut sie können.

In allen Bala Batas gibt es Mütter-Treffen und Spargruppen.

Schüler/innen einer Residential School

Nach den Müttern treffen wir Schüler/innen einer Residential School, 14 Mädchen und 3 Jungen. Sie berichten uns von ihren Erfahrungen. Alle haben eine Bala Bata besucht. Ein Junge ist nur in der 3. und 5. Klasse in die Bala Bata gegangen. Ratnam, unser Begleiter von CARDS, fragt: „Warum nicht in der 4. Klasse?“ Der Junge antwortet: „Die DO hat geheiratet und ist weggezogen, ein Jahr gab es deshalb keine DO und keine Bala Bata.“ Als wieder eine DO gekommen ist, ging er auch wieder in die Bala Bata.

Ein Schüler der 10. Klasse gibt zu, dass er zuerst nur ab und zu in die Bala Bata ging, erst ab der 4. Klasse hat er mehr Interesse bekommen und ist regelmäßig gegangen. Es hat ihm gefallen, dass sie dort nicht nur gelernt, sondern auch gespielt haben.

Xaver fragt: „Wie hat euch die Bala Bata geholfen, dass ihr in der Residential School besser zurecht gekommen seid?“ Die Schüler/innen antworten: „Es war gut, dass die Hausaufgaben nachgeschaut wurden, der DO hat auch mit dem Lehrer gesprochen und gefragt, ob der Schüler gut lernt oder ob es Probleme gibt. So konnte er herausfinden, wo es noch Lernbedarf gab.“ Auch dass sie viele Lieder, Tänze und Spiele gelernt haben, war hilfreich. Das machen sie jetzt alles auch in ihrer Freizeit. Sie haben in der Bala Bata gelernt, sich ordentlich anzuziehen und sich zu waschen. Sie lernten etwas über „green and clean“. Dabei geht es um Umweltschutzthemen, besonders um den Umgang mit Müll und um Sauberkeit und Hygiene.

Auf die nächste Frage „Welche Eltern sind Analphabeten?“ melden sich die Schüler/innen nur  zögerlich. Ratnam präzisiert die Frage: „Welche Eltern haben die Schule bis zur 10. Klasse besucht?“ Zwei Mädchen melden sich. Ein Schüler sagt, dass sein Vater bis zur 9. Klasse in die Schule gegangen ist. Die anderen Eltern haben maximal drei Jahre die Schule besucht. D.h. sie können vermutlich wenig mehr als ihren Namen schreiben. Was bedeutet, dass sie ihren Kindern bei den Hausaufgaben nicht helfen können.

Alle ihre Eltern wollten, dass sie in die Bala Bata gehen und unterstützten sie. In ihren Dörfern gibt es aber einige Kinder, die nicht zur Schule gehen. Spontan rief eine Schülerin: „Aber seit es die Bala Bata gibt, gehen mehr Kinder in die Schule.“

 

 

 

Bala Bata

Zum Abschluss unseres Tagesprogramms besuchen wir eine Bala Bata in der Nähe. Die Kinder zeigen uns stolz ihre Tänze. Beim Bala-Bata-Versprechen achten die Kinder aufmerksam auf ihre DO.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Weg zu unserem Bus begleitet uns wieder die Trommlerband mit ihren Trommelwirbeln.

 

 

 

 

Auf der Fahrt zum Hotel wird es langsam dunkel und die Lichter an den Verkaufsständen und in den kleinen Läden gehen an.

 

 

Bericht und Fotos Margit Nitsche

Betterplace

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