Die Adivasi in Pinnelli - "Fischfang" auf dem Trockenen

Die Fahrt zu der Adivasi-Siedlung dauerte nicht lange. Es war inzwischen aber schon stockdunkel. Im Dorf brannten vereinzelt Lampen in den Häusern. Wir liefen ein Stück die dunkle Straße entlang. An einer Stelle machten wir Halt. Dort wurden für uns Stühle auf die Straße gestellt.

 

 

 

 

Einige Männer organisierten eine Lampe und hängten sie zwischen den Bäumen auf.

 

Die Studentinnen, die uns begleiteten sangen derweil einige Lieder. Langsam versammelten sich die Dorfbewohner. Die Frauen mit einigen Kindern saßen vor uns auf der Straße oder standen am Rand, die Männer etwas im Hintergrund.

 

 

Als die Lampe schließlich hing, berichteten die Frauen. Ihre Gruppe war vor etwa 60 Jahren aus ihrem angestammten Gebiet in einem Wald vertrieben worden. Sie irrten eine lange Zeit umher. In Pinnelli hat man ihnen schließlich ein Stück Land überlassen. Seitdem leben sie hier. CARDS hat sie unterstützt, so dass sie sich Häuser bauen konnten und auch selbst Land besitzen.

Die Männer sind Fischer oder fangen Ratten auf den Feldern. Sie zeigen uns ihre speziellen Rattenfallen.

 

 

 

 

 

 

 

Ein Fischer demonstriert, wie er das Netz auswirft. Einige Kinder setzen sich auf die Straße und werden von ihm gefangen, zur Erheiterung der Zuschauer. Beim Besuch einer „culture group“ 2015 hatte Rangarao es in der Turnhalle in Aglasterhausen gezeigt. Hier in Indien, nachts, im Schein der Lampe war die Atmosphäre natürlich etwas anders.

Inzwischen ist es schon sehr spät geworden. Wir verabschieden uns von den Adivasi und fahren zur Community Hall in Pinelli zurück.

Auf dem Dach der Community Hall versammeln wir uns und warten auf das Essen. Aus dem Haus nebenan dröhnt ein Lautsprecher, ein Mädchen singt ein christliches Lied, kräftig tönt es „Halleluja“, … ein Prediger löst sie ab und predigt lautstark … Ein Stück weiter lässt ein Muezzin seine Stimme erklingen, die sich bald mit Hindugesängen aus einer anderen Seite mischt. Eine seltsame interreligiöse Geräuschkulisse.

Rechts leuchten die roten Lichter auf dem Turm der Kirche und vor uns beleuchtet eine kleine Lampe eine weihnachtliche Szene in einem offenen Ziegenstall. Eine Atmosphäre zwischen romantisch, nervtötend, außerirdisch und Hunger …

Da kommen die Spargruppenfrauen mit dem Essen. Super lecker! Das erste Mal, dass die Inder gleichzeitig mit uns gegessen haben, sonst warteten sie immer bis wir fertig waren. Und Mary meinte, "please take, if you want". Selbstbedienung, fast wie zuhause ;-).

Spät in der Nacht sind wir wieder zurück in Guntur. Lange kreisen die Gedanken noch um die Erlebnisse an diesem ereignisreichen Tag.

Bericht und Fotos Margit Nitsche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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